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/ 3. September 2020

Guten Morgen!

Antisemitismus, Armut, Amazonas und Klimakrise. Wir haben in der Welt noch das ein oder andere Feuer zu löschen. Dein Morgenmoment kommt von Tom Schaffer.

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#1 Möchtest du das teilen?

Erst sorgten antisemitische Sachbeschädigungen auf eine Synagoge und der tätliche Angriff auf den Präsidenten der jüdischen Gemeinde in Graz für Entrüstung. Dann wurde bekannt, dass Grazer Polizeibeamte offenbar antisemitische Hassbotschaften verschickt haben (das Verfahren läuft). Allgemein ist Antisemitismus ein hartnäckiges Problem. Wir haben mit Willi Mernyi darüber gesprochen, was der Vorsitzende des Mauthausen Komitees jetzt für nötig hält.

#2 Zahl des Tages

Zu sehen ist eine Luftaufnahme des Amazonas, Waldbrände verwüsten den Regenwald. Im August 2020 hat es im Amazonas-Regenwald 29.308 mal gebrannt.

29.308 mal hat es laut Umweltschutzorganisationen allein im August 2020 im Amazonas gebrannt. Ein weiterer trauriger Rekord im wichtigen Regenwald, dessen Schutz unter der rechtsradikalen Regierung von Jair Bolsonaro vollkommen verloren geht. Oft stecken illegale Brandrodungen für landwirtschaftlichen Anbau hinter diesen Feuern.

Deshalb steht auch der Handelspakt "Mercosur" zwischen der EU und Brasilien nun wieder in der Kritik. Der Pakt könnte (natürlich nicht absichtlich, aber indirekt) zu noch mehr Feuern (und anderen Problemen) führen. Österreich wird "Mercosur" deshalb nicht zustimmen. Die einzige Partei, die sich noch im Wahlkampf 2019 dafür aussprach, waren die Neos. Die ÖVP war zwar anderen umstrittenen Handelspakten in der Vergangenheit zwar meist positiv gestimmt (z.B. CETA, JEFTA, TTIP), lehnt "Mercosur" aber derzeit ab. In einer Regierung mit den Grünen gibt es wohl auch keine Chance für den vorliegenden Pakt. Auf internationaler Ebene gibt es aber Bemühungen, solche nationalen Vetos auszuhebeln oder die Abstimmungen so lange zu verzögern, bis es entsprechende Mehrheiten in "störrischen" Parlamenten gibt.

#3 Besser geht doch

Tampons und Binden sind teuer. Frauen mit wenig Geld trifft das jeden Monat hart. Noch härter, wenn sie gar obdach- oder wohnungslos sind. In Wien versucht ein neues Projekt der Caritas, sich dieses Problems anzunehmen. Und es wird offenbar dringend gebraucht.

#4 In was für einer Welt leben wir eigentlich?

 

Die Wahlwerbung der Stadt Wien sorgt auf sozialen Medien für Ärgernis und Stirnrunzeln - zum Beispiel beim Grünen-Nationalratsabgeordneten Markus Koza: Am Rathaus hängt ein großes, rotes Banner mit runder weißer Fläche, darauf ein schwarzes Kreuz und dazu noch die Formulierung "Tag X" (die Rechtsextreme verwenden, um über den angeblich bevorstehehen Zusammenbruch der Gesellschaft und ihre folgende, geplante Machtübernahme zu sprechen). Ganz ohne Verschwörungstheorie: Wahrscheinlich (und hoffentlich) ist das nur ein blöd gelaufener Zufall. Aber jedenfalls ist es ein Kampagnen-Design mit einem Symbolcharakter aus der Hölle.

#5 Ignoriert

Auch im griechischen Flüchtlingslager Moria wurde nun der erste Corona-Fall bekannt. Ein anerkannter Flüchtling wurde offenbar eher zufällig als infiziert erkannt. Die Situation ist gefährlich. Schon seit Monaten dürfen die 16.000 Menschen nicht aus dem völlig überfüllten Lager (es wurde für 3.000 geplant). Hygienestandards sind nicht erfüllt. Es fehlt etwa fließendes Wasser zum Händewaschen. Nun verhängt die Polizei eine noch strengere Quarantäne.

Die Stadt Wien hatte sich mit Stimmen von SPÖ, Grünen und Neos kürzlich dazu entschlossen, einem EU-Programm zu folgen. Sie will 100 schutzbedürftige Kinder aus diesen schon in normalen Zeiten grauenvollen Bedingungen zu befreien und hier aufzunehmen. Das braucht allerdings die Erlaubnis der Bundesregierung. Und die ÖVP blockiert. Ihr Spitzenkandidat Gernot Blümel findet nämlich: "Wir Iösen keine Probleme, wenn wir Migranten nach Wien holen." 100 Kinder sehen das wohl anders, aber der Finanzminister scheint auch mit dieser Zahl seine Verständnisschwierigkeiten zu haben.

# Bonus Track

 

Wir freuen uns über eine neue, wöchentliche MOMENT-Videokolumne! In "Dauerbrenner" geht um das wohl wichtigste Thema unserer Zeit: Die Klimakrise. Dazu werden die Sprecherin des Klimavolksbegehrens Katharina Rogenhofer und Umwelt-Aktivist Florian Boschek abwechselnd über die wichtigsten lokalen und globalen Entwicklungen sprechen. Nächste Woche geht es los. Im Teaser mit Momentum-Chefin Barbara Blaha (und ihrem kaputten Handymikro) stellen sich die beiden heute schon einmal vor. 

Schönen Tag!

Tom

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