Hier wird eine Skipiste in Zürs gebaut. In dem Text geht es um die Auswirkungen von neuen Skigebieten auf die Umwelt.

Bagger bearbeiten eine zukünftige Skipiste in Zürs, Vorarlberg

Foto: WWF/Christian Lendl

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/ 1. Februar 2021

Österreich ist Meister im Bau von Skigebieten. Mit über 400 Skigebieten gibt es hierzulande mehr als in jedem anderen Land im Alpenraum. Trotzdem bauen Unternehmen weiter immer mehr: Allein in den nächsten zwei Jahren sind bereits 90 neue Skilifte geplant. Gebaut werden soll hauptsächlich in Tirol, Vorarlberg und Salzburg. Darunter Gondelbahnen auf der Schmittenhöhe in Salzburg und am Kaunertaler Gletscher in Tirol.

Der Ausbau von Skigebieten belastet Umwelt und Klima. Wir haben für dich die 4 wichtigsten Gründe aufgeschrieben, die gegen neue Skilifte sprechen.

#1 Skigebiete verdrängen bedrohte Tierarten

Skigebiete zerstückeln den Lebensraum von wilden Tieren. Vom Alpenschneehuhn bis zum Schneehasen. Diese bedrohten Tierarten brauchen große Bereiche, in denen sie ungestört leben können. Der Lärm und die unnatürlichen Lichtquellen, die beim Betrieb von Pisten zwangsläufig entstehen, belastet sie stark. Baut man immer mehr Skipisten, verlieren die Tiere ihren Rückzugsort. Sie werden eingeengt und schließlich verdrängt. 

“Früher war das Verhältnis von Naturlebensräumen, in die sich die Tiere zurückziehen können, zu Skigebieten noch viel besser“, sagt Elisabeth Sötz, Expertin für Alpenpolitik vom WWF Österreich. Mittlerweile sei aber jeder weitere verbaute Meter einer zu viel. Auch Ulrike Pröbstl-Haider, Professorin für Landschaftsentwicklung und Naturschutzplanung an der Universität für Bodenkultur (BOKU) betont: “Je mehr Zerstückelungen und Zerstörungen passieren, umso kritischer wird es für die Tiere.“

#2 Veränderte Böden werden schlechter

Die Zeiten, in denen ganze Kuppen planiert wurden, um glatte Pisten zu bauen, sind vorbei. “Damals hat man geglaubt, dass man sich die Natur einfach zurechtschieben kann”, sagt Pröbstl-Haider von der Boku. 

Doch auch wenn die Skigebiete heute schonender ausgebaut werden als früher, belasten sie den Boden. Der Bau, aber auch das Skifahren an sich, drückt auf den Boden. Dadurch entweichen Luft und Wasser, Mikroorganismen sterben, Pflanzen können schlechter wurzeln, Regenwasser schlechter einsickern.

“Das heißt auch, dass der Boden instabiler wird und die Gefahr von Hangrutschungen steigt”, sagt Sötz vom WWF.

Weil Skipisten im Sommer oft als Weideflächen genutzt werden, sind die Böden doppelt belastet.

#3 Eingriff in sensible Ökosysteme

Besonders belastet werden Gletscher, wenn man ein Skigebiet auf ihnen baut. Um einen Gletscher zur Skipiste zu machen, muss er laut Sötz “massiv verändert” werden. “Ein Gletscher ist quasi eine fließende Eismasse, das ist wie lebendes Gewebe. Der Gletscher dehnt sich aus, zieht sich zusammen, dadurch entstehen Risse. Um Gletscherskilauf zu ermöglichen, müssen größere Maschinen immer wieder in den Gletscher fahren und die Risse zustopfen, auch im laufenden Betrieb“, sagt sie.

Sie gibt auch zu bedenken, dass Menschen Feinstaub und Schmutz auf den Gletscher bringen. Ist der Schnee am Gletscher nicht mehr weiß, sondern grau, könne er weniger Sonnenlicht reflektieren und würde dadurch auch schneller schmelzen.

Damit Skifahren am Gletscher im Pitztal möglich ist, müssen Baumaschinen die Oberfläche bearbeiten.

Foto: WWF/Vincent Sufiyan

Insgesamt gibt es 8 Gletscherskigebiete in Österreich, die man in den 1970er und 1980er Jahren gebaut hat. Unberührte Gletschergebiete stellte man vor einiger Zeit zwar unter Schutz, eine Erweiterung oder Zusammenlegung von zwei Gebieten ist unter Umständen aber erlaubt. Erst vor zwei Jahren wollten die Unternehmen Pitztaler Gletscherbahn und Ötztaler Gletscherbahn ihre Gletscher-Pisten verbinden. Dagegen gab es eine Petition mit mehr als 160.000 Unterschriften und massive Kritik von lokalen Initiativen, dem WWF und dem Alpenverein. Das Projekt wurde vorerst auf Eis gelegt. 

#4 Die Skigäste verpesten die Luft

Einen Großteil des CO2-Ausstoßes beim Skifahren macht die Anreise mit dem eigenen Auto aus. Fährt man mit dem Zug zum Skiort, sinkt dieser Anteil wesentlich. Aber: “Die wenigsten Skigebiete sind jedoch durch emissionsfreie, öffentliche Verkehrsmittel erreichbar“, sagt Sötz. Eine weitere Rolle spielen Skilifte und Skipisten: Die Lifte müssen betrieben und die Pisten bearbeitet werden. Das kostet Energie. In Folge der Klimakrise müssen auch immer mehr Skigebiete künstlich beschneit werden.

“Es gibt in Österreich fast keine Skipiste mehr, die keine Beschneiungsanlage hat“, sagt Sötz. Die künstliche Beschneiung benötigt große Mengen an Wasser und Energie. Das Wasser kommt in der Regel aus Speicherseen, die dafür extra angelegt werden. Wenn das Wasser am selben Standort wieder schmilzt, wo es entnommen wurde, ist das für die Umwelt kein Problem. Wenn das Beschneiungswasser aber aus Flüssen kommt, kann es sein, dass dieses nicht sauber ist. “In diesen Fällen kann es zu unerwünschten Veränderungen in der Vegetation kommen”, sagt Pröbstl-Haider.

Fazit

Trotz Kritik von UmweltschützerInnen und dem Widerstand einzelner Gemeinden werden immer mehr Pisten gebaut. Dabei ist das Angebot für SkifahrerInnen schon jetzt völlig ausreichend. Immerhin ist Österreich schon heute das Land mit dem meisten großen Skigebieten im gesamten Alpenraum. Die Umweltschäden, die durch den Bau von Skigebieten zwangsläufig entstehen, lassen sich nicht so leicht rückgängig machen. Die Natur bräuchte Jahrzehnte, um sich zu erholen.

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  • Wer kann sich Skifahren noch leisten? Die Semesterferien stehen bevor und damit auch die Frage, wo die ÖsterreicherInnen diese mit ihren Kindern verbringen. Immer weniger Menschen denken dabei an einen Skiurlaub. Oft heißt es, weil sich den aufgrund steigender Liftpreise kaum noch jemand leisten kann - stimmt das wirklich?

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