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Ungleichheit
Arbeitswelt

Geht der Papa in Karenz, macht er auch später deutlich mehr Familienarbeit.

Geht der Papa in Karenz, macht er auch später deutlich mehr Familienarbeit.
In Österreich gehen 8 von 10 Väter gar nicht in Karenz. Studien zeigen aber: Geht der Papa in Karenz, macht er später deutlich mehr Familien- und Hausarbeit. Ökonomin Katharina Mader klärt auf.

Damit Mama und Papa sich Kinderbetreuung, Hausarbeit und Erwerbstätigkeit gerechter aufteilen können, gibt es in einigen Ländern eine Väterquote bei der Karenzzeit, z.B. in Norwegen, Schweden und Island. Aber auch Deutschland. Wie funktioniert das: Wenn die Papas “ihre Zeit” nicht in Anspruch nehmen, dann verfällt die Karenzzeit. Welchen Effekt hat die Väterkarenz auf die Familie? Das wollte Marcus Tamm genauer wissen.

Er stellt fest, dass es einen deutlichen Einfluss auf die Verteilung von Kinderbetreuung und Hausarbeit hat ob Väter Karenzzeiten übernehmen oder nicht. Und das nicht nur direkt nach der Karenz. Der Effekt zeigt sich auch noch 6 Jahre nach der Geburt des Kindes. Auch dann übernehmen Väter, die in Karenz waren, deutlich mehr Kinderbetreuung und Hausarbeit. Und ihre Partnerinnen müssen – logisch – weniger zuhause hackeln. A propos hackeln: Wer in Karenz geht, steckt beruflich nicht zurück. Väter reduzieren ihre Arbeitszeit nach der Karenz nicht wesentlich. Das bedeutet aber auch, dass Väter die Kinderbetreuung meist an den Wochenenden übernehmen – Hausarbeit und Einkäufe machen sie durchaus an Wochentagen.

Ob und wie Paare sich Kinderbetreuung und Hausarbeit aufteilen, sind die ersten Monate nach der Geburt eines Kindes extrem wichtig. Und auch dafür wie Eltern Geschlechterrollen gestalten und ihren Kinder vorleben wollen. Entscheidend ist die Geburt des ersten Kindes: Die Forschung zeigt: So wie sich der Vater beim ersten Kind entscheidet – also in Karenz geht oder nicht, macht er es bei allen anderen Kindern auch. Oder eben nicht.

In Österreich gehen 8 von 10 Väter gar nicht in Karenz – Kinderbetreuung und Hausarbeit schupfen die Mütter also meistens fast allein.

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