Eltern fühlen sich in der Coronakrise von der Regierung im Stich gelassen.
Wohin mit den Kindern, wenn Schulen und Kindergärten wegen Coronaverdachts schließen? Eltern fühlen sich von der Regierung im Stich gelassen. Foto: Ben Wicks auf Unsplash
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/ 7. Juli 2020

Man nehme eine Woche Pflegefreistellung und 5 Wochen Urlaub für ArbeitnehmerInnen und garniere sie mit 9 Wochen Sommerferien und einem Semester Homeschooling - fertig ist die Betreuungsmisere. Viele Eltern fühlen sich von der Regierung im Stich gelassen, die Kinderbetreuung bleibt ganz an ihnen hängen. Darum hat die Burgenländerin Katharina Brodnik eine Petition gestartet, in der sie die Entlastung berufstätiger Eltern in der Krise fordert.

"Kinder sind unsere Zukunft, ihre Betreuung geht alle was an", sagt Brodnik. In ihrer Betreuungsnot hat sie Mails an diverse Regierungsstellen geschrieben - meist ohne Rückmeldung. Aus Empörung und einem Gefühl der Ohnmacht entstand ihre Petition "Forderung nach Entlastungs- und Unterstützungsmöglichkeiten für berufstätige Eltern in Krisen". Worum es in der Petition geht und was die wichtigsten Forderungen sind - eine Zusammenfassung in 4 Punkten.

Was sind die wichtigsten Forderungen in der Petition?

 

#1 Mehr Pflegefreistellungstage:

"Wohin mit meinem Kind, wenn es wegen eines Verdachtsfalls vom Kindergarten heimgeschickt wird?", fragt Brodnik. Während einer Pandemie brauche es eine Erhöhung der Pflegefreistellungstage. Dass die Kinderbetreuung nicht staatlich gewährleistet ist, bezeichnet sie als strukturelle und mittelbare Diskriminierung von Menschen mit Kindern.

#2 Kostenlose Ferienbetreuung:

Viele berufstätige Eltern hätten ihren Jahresurlaub schon während des Lockdowns aufgebraucht, sagt Brodnik. Trotzdem warten nach dem Homeschooling noch 9 Wochen Sommerferien - und die Ungewissheit, wie es im Herbst mit Kindergärten und Schulen weitergehen soll. Gratis Kinderbetreuung in den Ferien könnte Familien vor dem wirtschaftlichen Ruin bewahren.

#3 Sofortige Testung statt sofortiger Schließung:

Bei Verdachtsfällen muss man Schul- und Kindergartenkinder gleich testen und nicht unmittelbar nach Hause schicken, fordert Brodnik. Kommt es doch zu einer Schließung, sollten ArbeitgeberInnen automatisch vom behördlich angeordneten Fernbleiben der Eltern unterrichtet werden.

#4 Unterricht und Betreuung in kleinen Gruppen:

Ausbau der Ganztagesschulen, mehr BetreuerInnen, flexible Betreuungszeiten, kleinere Gruppen in Schulen und Kindergärten - Maßnahmen wie diese könnten Ansteckungen im Rahmen halten und die Kinderbetreuung krisenresistenter machen.

Und jetzt?

Mit der Petition will Katharina Brodnik ihrer Enttäuschung über die Regierung Luft machen. "Die Regierung ignoriert in ihrer Krisenplanung die Bedürfnisse von Familien", sagt sie. Ihr Ziel: Die Petition soll alle erreichen - nicht nur Eltern oder eine bestimmte politische Seite.

Die Petition und alle Forderungen zum Nachlesen gibt's hier.

 

 

Auch Umfragen des Momentum Instituts haben ergeben, dass berufstätige Eltern während der Coronakrise einer hohen beruflichen und familiären Belastung ausgesetzt sind. Vor allem Frauen - und hier Alleinerzieherinnen - arbeiten in der Krise besonders viel. 

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