Morgenmoment
/ 5. Oktober 2022

Guten Morgen!

Wir haben heute einen besonders verruchten Newsletter für dich. Allerdings auch nur, weil so manche Medien ihrer redaktionellen Aufgabe nicht angemessen nachkommen. Mehr dazu im heutigen Morgenmoment, geschrieben von Charlotte Koi und Sebastian Panny.

#1 Möchtest du das teilen?

Ebru Sokolova ist in Österreich geboren. Wählen darf sie hier aber nicht - genauso wie 1,4 Millionen andere Menschen, die in Österreich leben. In Wien darf sogar ein Drittel der Menschen im Wahlalter nicht zur Wahl gehen. In unserer Videokolumne "Wie ist es...?" erzählt die als Schwesta Ebra bekannte Humoristin und Musikerin über das Gefühl, nie mitbestimmen zu dürfen. 

#2 Hast du das gesehen?

Wer die "falsche" Staatsbürgerschaft hat, ist im Nachteil. Das gilt umso mehr für jene, die aus Drittstaaten nach Österreich kommen wollen oder fliehen müssen. Nach einem Treffen mit dem serbischen und ungarischen Staatsoberhaupt spricht Karl Nehammer wieder davon, die EU-Außengrenzen zu schließen. Wieso das niemandem hilft, erklärt Viktoria in diesem Video.

#3 Der Reihe nach

Mindestpensionist:innen bekommen endlich mehr Geld. Doch das ist noch lange nicht genug, wie eine Berechnung des Momentum Instituts ergibt.
 
Dementsprechend haben Mindestpensionist:innen 2023 zwar 104 Euro mehr im Monat zur Verfügung, verdienen aber noch immer 120 Euro zu wenig, um nicht als arm zu gelten.
 
Die Lücke ist kleiner geworden, 2022 fehlten noch 169 Euro. Aber armutsgefährdet bleibt armutsgefährdet. Gerade in Zeiten der Teuerung haben Menschen an der Armutsgrenze noch mehr finanziellen Druck. Wir müssen endlich daran arbeiten, dass Sozialleistungen tatsächlich aus der Armut heben.
 

#4 Altpapier

Das Frauenbild so mancher Werbung lässt keine Zweifel offen: Frauen wollen immer nur das Eine. Auch wenn sie "in Bezug auf ihre gelebte Sexualität Bedenken haben".

Frauen sind auch nur im Homeoffice, weil sie so Männer nach Hause einladen können. Die harten Zeiten sind endlich vorbei, denn jetzt werden sogar "normale Männer zu Frauenhelden".

Werbungen wie diese diskreditieren Frauen als Sexobjekte, die es kaum erwarten können zwischen Kinderbetreuung und Homeoffice mit fremden Männern zu schlafen. Wie realistisch.

Die Werbung wird zwar nicht von der Boulevardpresse geschrieben, trotzdem tragen sie für diese Inhalte redaktionelle Verantwortung. Diese Ausschnitte stammen alleine aus den letzten fünf Ausgaben der Zeitung Österreich.
 

#5 In was für einer Welt leben wir eigentlich?

Ja, ab und an schneit es in Saudi-Arabien. Dann sind die Berge leicht angezuckert und eine Schneeschicht legt sich darüber. Für Skifahren oder Langlaufen reicht das wohl nicht.

Trotzdem hat Saudi-Arabien den Zuschlag zu den asiatischen Winterspielen bekommen. Momentan entsteht um geschätzte 500 Milliarden Dollar am Roten Meer nämlich das Großprojekt “Neom”. Die futuristische Megastadt bekommt auch ein touristisches Zentrum: “Trojena” entsteht bis 2026 wenige Kilometer weit weg in den Bergen. 

Mit Schnee ist es dort nicht weit her. Alle Wettbewerbe werden auf Kunstschnee ausgetragen. Das Wasser dazu wird sich wohl aus dem riesigen künstlichen See speisen, den die Saudis dort anlegen wollen. Die Energie dazu soll natürlich ausschließlich aus erneuerbaren Quellen stammen. Schließlich soll das Megaprojekt, bei dem diverse Luxusressorts in die Berglandschaft gesetzt und künstliche Pisten angelegt werden, nicht die Umwelt schädigen.

Einen kuscheligen Mittwoch

Charlotte und Sebastian

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