Morgenmoment
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/ 2. März 2021

Guten Morgen!

Heute erfährst du, wie viel CO2 du schon in deinem Leben schon erlebt hast und warum sich Männer etwas mehr anstrengen sollten. Dein Morgenmoment wurde sehr angestrengt zusammengestellt von Sebastian Panny.

#1 Möchtest du das teilen?

Heute erzählen dir die Gebrüder Moped vom Sturz des Sonnenkönigs. Nein, es geht nicht um die französische Revolution, sondern um das Jahr 1983. Denn da wurde Bruno Kreisky von Fred Sinowatz abgelöst. Das erschwerte den beiden das Jahr noch zusätzlich, wuchsen sie doch in tiefroten Elternhäusern auf. Überlebt haben sie es trotzdem - vermutlich auch, weil die Welt einen Atomkrieg ordentlich versemmelt hat. Wie genau das abgelaufen ist, hörst du im neuen Podcast des Jahres.

#2 Grafik des Tages

Treibhausgase sind der zentrale Auslöser der Klimakrise. Mit der Industriellen Revolution vor etwa 250 Jahren begann der Ausstoß von CO2 in größeren Mengen. Aber erst in den letzten Jahrzehnten stieg dieser wirklich stark an.  

Wie stark, siehst du in dieser Grafik veranschaulicht: In der Lebenszeit eines  heute 10-jährigen Kindes wurde etwa fast ein Viertel des jemals von Menschen produzierten CO2 in die Atmosphäre ausgestoßen. Und in den jüngsten 28 Jahren hat die Menschheit so viel CO2 produziert, wie insgesamt bis dahin. Genauere Zahlen kannst du bei diesem CO2-Rechner erfahren.

 

#3 Lesetipp

Lehrlinge werden nicht erst seit dem Ausbruch der Pandemie von der Politik gerne übersehen. Ihnen fehlt eine Anlaufstelle, die sich ihren Problemen widmet, und eine Vertretung, die ihre Interessen vertreten kann. Genau das möchte der IT-Lehrling Jean-Phillipe Bernecker ändern. Der 21-jährige baut aktuell ein Netzwerk in Vorarlberg auf, damit sich Lehrlinge besser vernetzen können. Im Gespräch erzählt er, was er mit der Vernetzung erreichen will wie es ihm und anderen Lehrlingen während der Pandemie geht.

 

#4 HERstory

 

In den USA findet seit 1987 jährlich im März der "Women's History Month" statt. Damit sollen die oft versteckten und ignorierten Leistungen von Frauen in der menschlichen Geschichte sichtbar gemacht werden. Das fehlt auch in Europa. Im März wollen wir dir deshalb jeden Tag die Geschichte einer österreichischen Frau näherbringen. Heute ist das Margarete Schütte-Lihotzky:

Sie war eine politische Jahrhundertarchitektin und die erste Architektur-Absolventin der Wiener Kunstgewerbeschule. Die Wienerin ist bekannt für einen Entwurf, der unseren Alltag bis heute prägt: die Frankfurter Küche. Es ist das Vorgängermodell der modernen Einbauküche. Der Prototyp einer Baukasten-Küche ist günstig, weil die einzelnen Elemente vorgefertigt werden können und hatte das Ziel, im Alltag Zeit zu sparen. Das kommt nicht von ungefähr. Durch den Wohnungsbau sollte die Arbeit der (berufstätigen) Frauen im Haushalt erleichtert werden.

Schütte-Lihotzky entwarf nicht nur Küchen: Im Fokus ihrer Arbeit in Wien, Moskau und Istanbul stand der soziale Wohnbau und dessen Infrastruktur, der Bau von Schulen und Kindergärten. Architektur sah sie als soziale Aufgabe. Die Architektin war Kommunistin, im Zweiten Weltkrieg als Widerstandskämpferin aktiv und überlebte als politische Gefangene. Nach dem Krieg bekam sie kaum noch Planungs-Aufträge, weshalb sie vorrangig Ausstellungen plante und publizierte. Als Architektin erhält Schütte-Lihotzky erst 1980 ihre erste Auszeichnung in Österreich. Sie wurde 103 Jahre alt. Heute sind eine Wiener Parkanlage und ein Hörsaal der TU Wien nach ihr benannt.
 

#5 Ignoriert

Gestern war Equal Care Day - hast du etwas davon mitbekommen? Offiziell ist er immer am 29. Februar, den es ja nur in Schaltjahren und alle vier Jahre gibt. In anderen Jahren wechselt er auf den 1. März, da die Themen ja trotzdem nicht untergehen sollen. Dadurch soll nicht nur auf die ungleiche Verteilung von Care-Arbeit zwischen Männern und Frauen hingewiesen werden, sondern auch darauf, wie unsichtbar Care-Arbeit immer noch ist. 

Care-Arbeit beschreibt Fürsorgearbeit, wie etwas das Pflegen von Angehörigen oder das Betreuen von Kindern. Und das Verrichten immer noch vor allem Frauen, nämlich viermal so häufig, wie eine Studie der Internationalen Arbeitsorganisation zeigt. Und das hat Konsequenzen: Der häufigste Grund für die Teilzeitarbeit von Frauen ist etwa die Betreuung von pflegebedürftigen Kindern oder Erwachsenen. Das wiederum führt auch zu einem niedrigeren Einkommen und einer höheren Wahrscheinlichkeit für Altersarmut. 

Dabei sind diese Tätigkeiten systemrelevant und betreffen uns alle. So werden aktuell mehr als sechs von zehn ÖsterreicherInnen selbst als Erwachsene Angehörige pflegen. Wie hoch deine Wahrscheinlichkeit dafür ist, kannst du dir mit dem Pflegerechner des Momentum Instituts berechnen. Der Equal Care Day soll darauf hinweisen, dass diese Tätigkeiten gleichmäßiger auf beide Geschlechter verteilt werden sollen. Gleichzeitig muss man sie aber auch grundsätzlich aufwerten, damit auch professionelle Sorgearbeit besser entlohnt wird.
 

Hab einen schönen Dienstag!

Sebastian

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