Zwei Ampeln leuchten rot. Im Hintergrund ist der Abendhimmel mit roten Wolken zu sehen.

Foto: Mohsen Ameri/Unsplash

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/ 23. August 2021

Der Verkehr in Österreich hat nicht nur eine schlechte Umweltbilanz, sondern ist auch sozial ungerecht. Warum? Das haben wir hier zusammengefasst.

Verkehr in Österreich: Menschen mit niedrigen Einkommen verursachen weniger, leiden aber stärker darunter

Einen Pkw muss man sich leisten können und das tun nicht alle. Fast die Hälfte der Haushalte im untersten Einkommensviertel haben gar kein Auto. Nur jeder zehnte Haushalt mit den niedrigsten Einkommen hat zwei oder mehrere Pkw. Das bedeutet oft eine Herausforderung für den Arbeitsweg, den Schulweg der Kinder und tägliche Erledigungen wie Einkäufe. Besonders, wenn die öffentlichen Verbindungen schlecht sind. Im reichsten Einkommensviertel ist es ziemlich genau umgekehrt. Nur neun Prozent besitzen kein Auto und 43 Prozent mindestens zwei. Für sie sind die alltäglichen Wege keine Schwierigkeit.

Dadurch sind die reicheren Haushalte auch überdurchschnittlich für Kosten und Belastungen wie Lärm und Abgase durch den Verkehr verantwortlich. Davon sind wiederum die Menschen mit niedrigem Einkommen viel stärker betroffen und das, obwohl sie eben viel seltener mit dem Auto fahren und oftmals gar keines besitzen. Denn gerade in Ballungsräumen sind Wohnungen an stark befahrenen Straßen günstiger, weshalb oft Menschen mit niedrigem Einkommen dort wohnen. Alle Messstellen, an denen 2017 der Grenzwert von Stickstoffdioxid überschritten wurde, lagen in der Nähe von stark befahrenen Straßen.

Anmerkung: Du kannst über den Button unter dem Titel in der Grafik zwischen den Ansichten hin und her schalten.

Mobilitätsarmut betrifft vor allem ländliche Regionen

Im österreichischen Verkehrssystem steht das Auto im Mittelpunkt. Das führt an Stadträndern und besonders in ländlichen Regionen dazu, dass viele Alltagsziele ohne Auto nicht gut oder gar nicht erreichbar sind.

Wer sich also keinen Pkw leisten kann oder aus einem anderen Grund nicht Auto fährt, ist von Mobilitätsarmut bedroht. Sie sind dadurch in ihrer Jobauswahl eingeschränkt, alltägliche Besorgungen sind schwieriger zu erledigen, Freizeitangebote können häufig nicht genutzt werden und es ist für sie schwieriger, Freunde oder Verwandte zu besuchen.

Das Angebot an öffentlichen Verkehrsmitteln fehlt und kostet damit die Menschen in ländlichen Regionen viel Geld. Man nennt das Mobilitätskosten. Wird der Individualverkehr durch Treibstoffe oder Steuern teurer, stehen vor allem Personen mit niedrigen Einkommen vor einer Herausforderung, wenn sie auf das Auto angewiesen sind.

Wohlhabende profitieren mehr vom österreichischen Verkehrssystem

Derzeit wird zumindest ein Teil der vom Autoverkehr verursachten Kosten, beispielsweise für Gesundheits- und Umweltschäden, nicht von denen bezahlt, die sie verursachen. Pro Autokilometer fallen etwa 15 Cent an gesellschaftlichen Kosten an - unter anderem für Unfälle, Luftverschmutzung oder Lärm (2018).

An einem mit dem Fahrrad zurückgelegten Kilometer verdient die Gesellschaft im Vergleich betrachtet sogar 16 Cent - vor allem durch den Gesundheitsnutzen. Der Großteil der indirekten Förderung, wie Pendlerpauschale oder die steuerliche Begünstigung der privaten Nutzung von Firmenwagen, kommt hingegen wohlhabenden Haushalten zugute.

Soziale Gerechtigkeit im Verkehr in Österreich erhöhen

Kompakte Siedlungen, vorrangig in der Nähe von Öffi-Verbindungen, bilden laut VCÖ langfristig die Grundlage für sozial ausgewogene, leistbare und klimaverträgliche Mobilität. Zersiedelung verhindert das in Österreich bisher oft)

In Gebieten mit wachsender Bevölkerungszahl bzw. schlechten öffentlichen Verkehrsangeboten müssten Bahn- und Busverbindungen ausgebaut und verstärkt und um Mikro-ÖV-Angebote erweitert werden.

Alternativen zum Autofahren, wie Gehen und Radfahren, sind kostengünstig und gesund und verringern dadurch die gesellschaftlichen Kosten. Deshalb soll die Infrastruktur für Radverkehr und Fußgänger ausgebaut und finanzielle Anreize geschaffen werden.

 

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