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/ 4. Februar 2020

Guten Morgen!

Gut gemeint ist nicht immer gut gemacht: Die geplante Senkung der Lohnsteuer hört sich toll an - für Menschen mit geringem Einkommen bringt sie allerdings nichts. Aufstehhilfen auf Bänken, sind wichtig - verhindern aber auch, dass Obdachlose Bänke nutzen.

Es lohnt sich, einen genauen Blick auf die Dinge zu werfen. Und auf unseren Newsletter, heute zusammengestellt von Sebastian Panny.

#1 Möchtest du das teilen?

Die Regierung plant eine Steuerreform, mit der sie die Menschen in Österreich entlasten will. Speziell eine Senkung der Lohnsteuer soll den "fleißigen" Menschen finanziell etwas bringen.

Das klingt schön, stimmt aber nicht wirklich. Denn: Bei etwa einem Drittel der ÖsterreicherInnen, die nur ein kleines Gehalt haben, kommt diese Entlastung nicht an. Warum von den Plänen der Regierung BesserverdienerInnen noch zusätzlich profitieren und welche Maßnahme alle Einkommensgruppen gleichermaßen entlasten würde, liest du im aktuellen Kommentar unseres Chefökonomen Oliver Picek.

#2 Grafik des Tages

 

Traditionelle Männerbilder sind auch im Schulsystem stark verankert, ganz gleich ob beim pädagogischen Personal oder den Eltern. Das zeigt sich auch an der Geschlechterverteilung an den Schulen: Fast drei Viertel der LehrerInnen sind Frauen.

Es fehlt den Schülern an positiven Rollenbildern, die auch alternative Formen von Männlichkeit vorleben können. Zu wenige Männer ergreifen den Beruf des Lehrers - obwohl dieser für sie so lohnenswert ist, wie du in dem Plädoyer in unseren aktuellen Schulgschichten lesen kannst.

#3 In was für einer Welt leben wir eigentlich?

Nach einjähriger Bautätigkeit wurde am Wochenende die U4-Station Pilgramgasse in Wien wieder in Betrieb genommen. Überschattet wird die Eröffnung mittlerweile von einer Diskussion über die neuen Sitzbänke. Denn diese sind in der Mitte von Armlehnen geteilt - KritikerInnen sehen darin Obdachlosenfeindlichkeit, die Wiener Linien schreiben von einer Aufstehhilfe.

 

Dass man Aufstehhilfen für Menschen installiert, die diese benötigen, ist lobenswert - allerdings gäbe es dafür wohl andere Möglichkeiten. Die Diskussion darüber, dass die Wiener Linien mit solchen Maßnahmen Obdachlose gezielt aus dem öffentlichen Raum drängen wollen, existieren schon länger. Unsere Redaktuerin Lisa Wölfl hat sich dazu vor einiger Zeit angesehen, wie Menschen am Praterstern durch Architektur abgeschreckt werden sollen.

Wien ist damit allerdings nicht alleine. Wie solche Methoden weltweit aussehen, kannst du unter anderem an diesen Beispielen sehen:

 

#4 Lesetipp

Dass Julian Assange polarisiert ist eine Untertreibung. Für manche ist er ein moderner Robin Hood, der mit seinen Leaks für Informationsfreiheit kämpft und zum Opfer einer Verschwörung wurde. Andere sehen in ihm einen Vergewaltiger und Egomanen, der sich vor seiner gerechten Strafe versteckt.

Wie auch immer man zu Assange steht, dieses Interview sollte man auf jeden Fall lesen. Darin erklärt Nils Melzer, UNO-Sonderberichterstatter für Folter, was er in seinen Untersuchungen zu dem Fall aufgedeckt hat. Und darin sind einige sehr brisante Details enthalten, die Assange zumindest in einigen Fällen entlasten. Oder, wie es Melzer ausdrückt: "Ständig passieren in diesem Fall Dinge, die eigentlich gar nicht möglich sind, außer man ändert den Betrachtungs­winkel."

 

#5 Bonustrack

Manchmal ist dieser Kapitalismus ganz besonders hinterhältig - speziell dann, wenn er mit unseren nostalgischen Erinnerungen spielt. So wie etwa in einem aktuellen Super Bowl Werbespot eines amerikanischen Autoanbieters, in dem Bill Murray noch einmal seine ikonische Rolle in dem Film "Und täglich grüßt das Murmeltier" einnimmt. Unterstützen können wir das natürlich nicht. Aber ansehen kannst du dir den Werbespot trotzdem:

Auf dass wir heute auch Freundschaft mit einem Murmeltier schließen! Einen schönen Dienstag wünscht dir

Sebastian

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