Morgenmoment
/ 20. Januar 2022

Guten Morgen,

wie vielen Menschen mit einer winzig kleinen Abgabe auf große Vermögen geholfen werden könnte. Wie einer, der viele Hilfen erhält, auf die schimpft, die wenig haben. Das und mehr heute im Morgenmoment von Andreas Bachmann.

Fünf wichtige Themen in nur drei knackigen Minuten. Hol dir deinen täglichen Morgenmoment per E‑Mail!

Ich bin einverstanden, einen regelmäßigen Newsletter zu erhalten. Mehr Informationen: Datenschutz.

#1 Möchtest du das teilen?

Gewalt gegen Frauen ist ein gesellschaftliches Problem. Frauen in Beziehungen sind besonders häufig von Gewalt betroffen, die im schlimmsten Fall mit dem Tod der Frau endet. Was kannst du tun, wenn du Gewalt mitbekommst oder selbst davon betroffen bist? Was passiert, wenn du die Polizei rufst? Wir beantworten die wichtigsten Fragen zu Gewalt gegen Frauen.

#2 Zahl des Tages

Es ist ein kaum vorstellbarer Betrag: 2,52 Billionen Dollar, also umgerechnet 2,2 Billionen Euro, könnte eine nur geringe Millionärssteuer weltweit jährlich bringen. Der Betrag käme bereits zusammen, wenn Millionäre 2 Prozent Steuern auf ihr Vermögen zahlen und Milliardäre 5 Prozent. Das steht in dem jetzt veröffentlichten Bericht "Taxing Extreme Wealth". Was mit dem Geld getan werden könnte: Damit ließen sich 2,6 Milliarden Menschen von Armut befreien. Dazu wäre noch ausreichend Geld da, COVID-19-Impfstoffe für die ganze Welt zu produzieren und 3,6 Milliarden Menschen Zugang zu ausreichender Gesundheits- und Sozialvorsorge zu geben. Herausgegeben wurde der Bericht unter anderem auch von Millionär:innen, die fordern: Besteuert uns endlich!   

#3 Gegengelesen

Völlig klar: Wie an allen Menschen in Österreich und allen Branchen der Wirtschaft, geht die Corona-Pandemie auch am Tourismus nicht spurlos vorbei. Walter Veit, Chef der Österreichischen Hoteliervereinigung beklagt in einem auf negative Weise bemerkenswerten Interview eine "Neiddebatte" dort, wo es berechtigte Kritik an überhohen Corona-Förderungen gibt. Menschen, die nicht zu schlechten Bedingungen für wenig Geld im Tourismus arbeiten wollen, beschimpft er, sie hätten es zu gut in der "sozialen Hängematte". Das schreit nach einem Gegengelesen.

#4 In was für einer Welt leben wir eigentlich?

Die Oberstaatsanwaltschaft zu leiten, ist einer der wichtigsten Jobs in der Justiz. Die OStA kontrolliert die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA). Sie weiß Bescheid, wo Durchsuchungen geplant sind und welche Personen von den Ermittler:innen befragt werden sollen. Die WKStA muss der Oberstaatsanwaltschaft Bericht erstatten.

Jetzt von Zackzack.at veröffentlichte Chats zeigen: Der damalige ÖVP-Justizminister Wolfgang Brandstetter tat im Jahr 2014 offenbar viel, damit dort die ihm und der ÖVP genehme Eva Marek neue Leiterin wird. Ziel: Zwei andere Juristinnen, die Brandstetter nicht genehm waren, sollten „verhindert werden“. Die waren aber zu gut qualifiziert, um einfach abgelehnt zu werden. Aus Textnachrichten von Marek an Brandstetter geht hervor: Marek wollte die Stelle eigentlich gar nicht. Brandstetter habe sie „zur Bewerbung aufgefordert“. Marek habe Brandstetter damit aus einer „ausweglosen Situation“ geholfen.

Die Bewerbungskommission empfahl mit der damaligen WKStA-Leiterin Ilse Vrabel-Sanda trotzdem eine andere Juristin. Und doch wurde Marek Leiterin der OStA. Chat-Nachrichten zwischen Marek, Brandstetter, dem damaligen Innenminister Wolfgang Sobotka, dessen Sektionschef Michael Kloibmüller und Niederösterreichs Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner legen nahe: Brandstetter bot Marek dafür einen späteren Top-Job in der Justiz an. Die von ihr angestrebte Leitung der Generalprokuratur, der höchsten Staatsanwaltschaft der Republik, erhielt sie 2016 dann aber zur eigenen Empörung nicht. Heute ist Marek Vizepräsidentin des Obersten Gerichtshof.

#5 Ignoriert

Schädliches Plastik ist vom Mount Everest bis in den tiefsten Punkt der Ozeane nachweisbar und dringt in unsere Nahrungskette ein. Pestizide töten auf unseren Feldern viel mehr Tiere und Pflanzen, als sie eigentlich sollten. Antibiotika sind wegen ihres Einsatzes in der Landwirtschaft in Nahrung und Böden nachweisbar. Wie 350.000 synthetische Chemikalien derzeit eingesetzt werden, gefährdet schon nach heutigem Wissen die Stabilität unseres Ökosystem. Und viele davon seien noch nicht einmal ausreichend erforscht. Das hat eine neue Studie eines internationalen Forscherteams nun erstmals umfassend nachgewiesen.
 
Die Produktion dieser Stoffe hat sich seit 1950 verfünfzigfacht. Die Erforschung und Beobachtung der Auswirkungen käme ihrer Herstellung bei weitem nicht hinterher. Mit diesem Studienergebnis sei klar, dass die Menschheit mindestens die fünfte von neun "planetaren Grenzen" überschritten hat - und das bei weitem. Diese Grenzen zeigen, ob die Erde nachhaltig verkraften kann, was der Mensch in diesem Bereich tut. Die Grenze im Bereich dieser "neuartigen Einheiten" aus chemischen Stoffen war schwer zu bestimmen, weil es keinen Maßstab aus einer Zeit ohne Menschen dafür gibt, wie viel der Planet verkraftet.

 

Einen schönen Tag wünscht dir

Andreas

Dir gefällt unsere Arbeit?

Das freut uns! Wir sind unabhängig von Parteien und Konzernen. Unterstütze unsere Arbeit mit deiner SPENDE. Jeder Beitrag, ist er noch so klein, ist wichtig!

Fünf wichtige Themen in nur drei knackigen Minuten. Hol dir deinen täglichen Morgenmoment per E‑Mail!

Ich bin einverstanden, einen regelmäßigen Newsletter zu erhalten. Mehr Informationen: Datenschutz.