Auguste fickert war eine Pionierin der österreichischen Frauenbewegung
/ 23. März 2022

Frauen müssen dieselben Rechte wie Männer haben. Zu Lebzeiten Auguste Fickerts war diese Einstellung radikal. Die politisch, soziale und gesellschaftliche Gleichstellung der Frau war aber ein Ideal, von dem sie nie abrückte. Bei Behörden und Mitstreiter:innen war sie “gefürchtet wie geachtet”. Fickert gilt als kompromisslose Initiatorin der österreichischen Frauenbewegung.

Auguste Fickert wurde 1855 geboren und in einer bürgerlichen Familie groß. Mit 21 Jahren schloss sie ihre Lehrerinnenausbildung ab. Kurz darauf starb ihr Vater, sie musste in den Jahren danach die Mutter und die Geschwister mit ihrem Gehalt erhalten.
 

Fickert kämpfte ihr Leben lang an mehreren Fronten für die Gleichberechtigung der Frau. Fickert war 1883 aus der Kirche ausgetreten - für eine Volksschullehrerin damals unerhört. Sie setzte sich für die strikte Trennung von Kirche und Schule ein und forderte einen Unterricht, bei dem Konfessionen keine Bedeutung hatten. Immer wieder reichte sie Beschwerden und Petitionen ein. Die Schulbehörde bemühte im Gegenzug mehrere Disziplinarverfahren gegen sie und kürzten auch ihr Gehalt.

1889 rief sie gemeinsam mit Mitstreiterinnen zum Protest auf, weil steuerzahlenden Frauen in Niederösterreich, Steiermark und Böhmen das Wahlrecht entzogen werden sollte. Fickert wollte, dass Frauen ebenso wie Männer das allgemeine Wahlrecht erhalten.

Ihr Protest führte 1893 zur Gründung des “Allgemeinen Österreichischen Frauenvereins”. Sein oberstes Ziel war die staatsbürgerschaftliche Gleichberechtigung von Frauen. Doch erst als alle politischen Elemente aus den Vereinsstatuten gestrichen wurden, wurde ein Antrag auf Gründung des Vereins akzeptiert. Frauen durften zu dieser Zeit nicht an politischen Vereinen teilhaben.

Fickert stand mit dem Verein dennoch für ihre Ziele ein. 1899 gründete sie die erste Rechtsschutzstelle für Frauen in Österreich, verlangt gleichen Lohn für gleiche Arbeit. 1910 gründete sie den “Heimhof”, eine genossenschaftlich organisierte Siedlung mit Zentralküche, Bibliothek und Gemeinschaftsräumen für berufstätige Frauen. Seine Gründung 1911 erlebt sie ebenso wie das allgemeine Frauenwahlrecht von 1918 nicht mehr. Fickert starb 1910 plötzlich mit nur 55 Jahren.

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