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Ungleichheit

Wie ist ein Leben mit Rollstuhl voller Barrieren?

Wie ist ein Leben mit Rollstuhl voller Barrieren?
Philipp Mürling ist Student an der Akademie der Bildenden Künste Wien. Er sitzt im Rollstuhl und stößt dadurch auf viele Barrieren im öffentlichen Raum. Wir haben mit ihm darüber geredet, ob es Situationen gibt, bei denen er übersehen wird oder nicht mitgedacht wird.

“Ich glaube, das Problem ist eher, man sieht mich, aber man will mich nicht sehen – als Problem, das wir gerne vermeiden würden.”

Barrierefreiheit darf kein Luxus sein

Philipp kritisiert, dass viele Lokale sich als barrierefrei betiteln, aber sobald man dort ist, wird man beim Eingang von fünf Treppen überrascht. Wird Barrierefreiheit vollständig mitgedacht und umgesetzt, muss man öfter mal tiefer in die Geldtasche greifen, denn diese Luxus Cafés und Hotels spielen in einer höheren Preisklasse mit.

Achso, das ist Kunst

Am 28. September 2022 hat Philipp Mürling eine Kunstperformance am Eingang der Akademie der Bildenden Künste Wien durchgeführt. Dabei hat er sich aus seinem Rollstuhl gehievt und versucht, sich über die Stiege des Eingangs hochzuziehen. Als der Versuch gescheitert ist, ist er wieder zu seinem Rollstuhl zurückgekrochen.

Einige Menschen haben ihm auch Hilfe angeboten, als dann aber von anderen Zuseher:innen erklärt wurde, es handle sich dabei um eine Kunstaktion, fielen die Reaktionen so aus: “Achso, das ist nur eine Performance”. Der Kunststudent Mürling fand diese Reaktionen sehr befremdlich.
 

Philipp macht mit dieser Aktion aufmerksam, dass öffentliche Institutionen, wie seine Uni, Barrierefreiheit nicht mitdenken bzw. nur sehr schlecht umsetzen. An der Akademie gibt es für Rollstuhlfahrer:innen zwar einen barrierefreien Eingang – dieser befindet sich aber auf der Rückseite. Oft funktionieren dann auch die automatischen Türöffner nicht.

Was muss sich ändern?

Philipp wünscht sich richtige Inklusion und Gespräche auf Augenhöhe. Auch in der Politik wünscht er sich mehr Sichtbarkeit von Menschen mit Behinderung und dass diese auch in politischen Funktionen gezeigt werden und nicht versteckt werden.

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