Eine Straße mit Wohnhäusern und parkenden Autos. Auf der Mitte der Straße ist eine Person
Die Wiener Stiegengasse. Foto Jan Genge auf Unsplash

/ Lisa Wölfl
/ 1. Oktober

Wir alle brauchen ein Dach über unserem Kopf. Doch die Miet- und Kaufpreise steigen schneller als unser Lohn und eine unbefristete Wohnung ist schwer zu finden. Wir haben hier die wichtigsten Fakten zusammengestellt.

Knapp die Hälfte der ÖsterreicherInnen wohnt im Eigenheim. Im europäischen Vergleich ist das relativ wenig. Rund sieben Prozent wohnen in einer Gemeindewohnung, privat mieten 18 Prozent der Bevölkerung.

Ungleichheitsforscher Wilfried Altzinger sagt dazu: “Vor allem in Wien ist der soziale Wohnbau sehr stark. Deswegen musste niemand sein Geld in eine eigene Wohnung stecken. Mittlerweile kommt aber dazu, dass Menschen sich eine eigene Wohnung in der Stadt kaum leisten können.” Das ist übrigens auch ein Grund dafür, wieso Vermögen ungleich verteilt ist.

Etwa ein Drittel der Menschen leben in Häusern. Dazu gehören Einfamilienhäuser, Doppelhaushälften und Reihenhäuser. Der Rest lebt in Wohnungen. Hier gibt es einen großen Unterschied zwischen Stadt und Land. In Wien etwa lebt fast die Hälfte (45 Prozent) in Gebäuden mit mehr als 20 Wohnungen. In den kleinen Gemeinden (weniger als 10.000 EinwohnerInnen) lebt der Großteil (54 Prozent) in Häusern.

Wenn wir uns die privaten Mieten näher ansehen, merken wir, dass es ein Problem gibt. Im Jahr 2017 waren fast 70 Prozent aller Neuvermietungen befristet. Das ist vor allem für Menschen mit niedrigem Einkommen ein Problem, denn Umziehen ist teuer. Die Maklerprovision, der Transport von Möbeln und natürlich die Zeit, die es braucht, um eine geeignete neue Wohnung zu finden kosten Geld und Nerven.

Das Hauptproblem ist aber die Steigerung der Miete. Mietet man neu an, zahlt man auf den Quadratmeter gerechnet mehr Miete als in vergleichbarer Lage in "alten" Verträgen. Alleine von 2017 auf 2018 sind die Mietpreise im Wiener Bezirk Simmering um 7,6 Prozent gestiegen.

Dabei sind die Mieten schon teuer. Am Privatmarkt zahlt man durchschnittlich österreichweit 9,60 Euro pro Quadratmeter. Gemeindewohnung kosten immerhin mit 7,30 Euro um einiges weniger. Fast genauso viel kostet ein Quadratmeter beim gemeinnützigen Wohnbau. Allerdings sind die Finanzierungsbeiträge, also einmalige, oft hohe Zahlungen vor Mietbeginn, nicht dazu gerechnet.

Der Unterschied zwischen Stadt und Land ist auch bei den Mietkosten deutlich zu spüren. Am teuersten ist der Quadratmeter in großen Gemeinden mit mehr als 100.000 EinwohnerInnen. In der größten Stadt Wien ist der einen Tick niedriger als im Durchschnitt der großen Gemeinden. Am billigsten sind die Mieten am Land.

Während der Kaufpreis bei Immobilien seit 2008 um unglaubliche 72 Prozent gestiegen ist, ist auch der Hauptmietzins (also die Miete ohne die Betriebskosten) um 39 Prozent teurer geworden. Unsere Löhne sind aber nicht im selben Ausmaß gestiegen. Der Median-Lohn in Österreich ist nur um 22 Prozent mehr geworden.

Was heißt das?

Die Mieten steigen schneller als der Lohn. Wohnen wird also teurer und frisst einen größeren Anteil des monatlichen Budgets auf als noch vor zehn Jahren. Da die Verkaufspreise sogar noch rasanter in die Höhe schnellen, ist Eigentum für viele Menschen keine Option.

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