Morgenmoment
/ 31. März 2022

Guten Morgen!

Schwere Vorwürfe gegen Tesla, ein Plädoyer gegen Adjektive bei Frauen und ein weiteres gegen die Kernfamilie bringt dein heutiger Morgenmoment. Geschrieben von Lukas Bayer.

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#1 Möchtest du das teilen?

Verena Altenberger hat 2021 ihr persönliches Karrierehighlight erlebt: Die Schauspielerin wurde die neue Buhlschaft bei den Salzburger Festspielen. Auch heuer wird sie wieder als Buhlschaft zu sehen sein. MOMENT hat sie im Zuge des HerStory-Monats zu einem Gespräch über ihren Feminismus und Aktivismus getroffen. Und sie erklärt, warum Frauen nicht immer zarte Hände haben müssen.

#2 Drei Argumente

Vater, Mutter und 2 Kinder: So sieht die ideale Familie aus. Wer anders leben möchte, darf das zwar - so ganz richtig ist das dann aber nicht. Denn die Kernfamilie hat immer schon das soziale Grundgerüst gebildet, auf dem sich unsere Welt aufbaut. Und das wird auch immer so bleiben.

Das hörst du vielleicht manchmal so, es stimmt aber natürlich nicht. Denn die Kleinfamilie ist ein relativ junges Phänomen. Und sie bringt bei weitem nicht nur Vorteile mit sich. Wir liefern dir drei Argumente, warum die Kernfamilie nicht das Fundament unserer Gesellschaft bildet und es nötig ist, andere Modelle zuzulassen und zu finden.

#3 In was für einer Welt leben wir eigentlich?

Der E-Autobauer Tesla gibt sich gerne als fortschrittliches, zukunftsorientiertes Unternehmen. Für den Umgang mit den eigenen Mitarbeiter:innen scheint das aber nicht zu gelten. Wie die Los Angeles Times berichtet, sollen mehrere Schwarze Mitarbeiter:innen als "Affen" und mit dem N-Wort beschimpft und von Vorgesetzten und Kolleg:innen diskriminiert worden sein. Außerdem müssen sie die härtesten Arbeiten durchführen. An einem gesonderten Ort, der von vielen "The Plantation" (deutsch: "Die Plantage") genannt wird. Das erinnert stark an die Zeit, in der Schwarze Menschen als Sklaven auf Plantagen arbeiten mussten.

Wer sich beschwert, würde einfach gekündigt werden, erzählt eine betroffene Mitarbeiterin. Sie klagt den wertvollsten Autobauer der Welt nun gemeinsam mit zwei Kolleg:innen und spricht von "moderner Sklaverei". Tesla beteuert dagegen, es hätte nie offizielle Beschwerden gegeben. Den Vorwurf des Rassismus streitet der Konzern ab: Das Vorgehen der Vorgesetzten sei wegen ihres Verhaltens bestimmt gerechtfertigt.

Es ist nicht der erste Rassismus-Vorwurf gegen Tesla. Im Vorjahr wurden einem ehemaligen Angestellten 137 Millionen Dollar Entschädigung gezahlt, weil dieser in einem Werk in Kalifornien rassistisch beleidigt wurde. Was Tesla-Chef Elon Musk dazu sagt? "Er hat Opfern von Rassismus geraten, sich eine dicke Haut zuzulegen", erzählt ein weiterer Mitarbeiter.

#4 Zu wenig

Um die Klimakatastrophe zu vermeiden, müssen wir weniger Treibhausgase verursachen. Um 1,5 °C Erderhitzung nicht zu übertreffen, ist das aber vermutlich bereits zu wenig. Die Forschung geht mittlerweile davon aus, dass wir dafür auch Treibhausgase aus der Luft holen müssen. Das Problem: Die Technologie dazu ist noch bei weitem nicht verfügbar.

Es gibt zwei Arten von Technologien, die Treibhausgase einfangen. Eine Form speichert die Treibhausgase dauerhaft irgendwo. Die größte Speicheranlage der Welt in Island kann derzeit gerade die menschliche Klimazerstörung speichern, die in wenigen Sekunden passiert. Wir wissen frühestens in 10 Jahren, ob diese Technologie jemals in größerem Maßstab einsetzbar sein wird. Allein darauf zu warten, wäre fahrlässig.

Andere Formen von Technologie zielen darauf ab, Treibhausgase wiederverwenden. Darauf setzen vor allem Industrien, die besonders viele Treibhausgase ausstoßen. Das ist in ihrem finanziellen Interesse. Diese Technologien untersuchte nun eine neuen Studie der niederländischen Universität Radboud. Das Ergebnis: fast keines der im Moment verfügbaren Projekte hilft dabei das 1,5°C-Limit einzuhalten. Sie sind entweder viel zu teuer, sind noch zu lange nicht verfügbar oder sparen nicht genug CO2 ein - manche stoßen sogar mehr aus als sie wiederverwenden. Sie binden aber viel Geld und Ressourcen, die für andere Projekte und Maßnahmen fehlen.

Die Situation zeigt: Man darf und sollte hoffen, dass uns Technologie auf dem Weg in eine klimaneutrale Welt unterstützt. Darauf verlassen kann man sich aber auf keinen Fall. Die Hoffnung darf keine Ausrede dafür sein, weiter mit bereits heute wirksamen Maßnahmen zum Klimaschutz zu warten.

#5 Die Nachrichten erklärt

Morgen werden die Richtwertmieten angepasst: Die Mieten werden um 5,85 Prozent erhöht, betroffen sind vor allem Altbauwohnungen und Gemeindewohnungen. Aufgrund der starken Erhöhung droht eine Mietpreis-Spirale. Diese tritt dann ein, wenn Mietpreise über den Verbraucherpreisindex angepasst werden. Ist die Inflation hoch, werden die Mieten auch umso mehr erhöht - was die Inflation dann weiter befeuert.

Aktuell sind sowohl Mietpreiserhöhung als auch Inflation auf einem überdurchschnittlich hohen Niveau. Deshalb deutet vieles auf den unerwünschten Effekt hin. Dabei verlieren letztlich jene, die ohnehin schon mit einem geringen Einkommen auskommen müssen. Sie geben einen größeren Teil ihres Einkommens für Grundbedürfnisse (Wohnen, Lebensmittel, Energie) aus. Reichere Haushalte bekommen die Inflation dagegen eher über die Bereiche Verkehr, Freizeit und Gastronomie zu spüren.

Gegen die steigenden Wohnkosten empfiehlt das Momentum Institut eine erneute Aussetzung der Erhöhung der Richtwertmieten, eine Quotenregelung bei Baulandvergabe und Wohnbauförderung, eine Erhebung des österreichweiten Leerstands und die Förderung von öffentlichem und gemeinnützigem Wohnbau zu forcieren.

Ich wünsche dir einen schönen Donnerstag!

Lukas

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