Zu sehen ist ein kleinerer Ort in Vorarlberg, man sieht Häuser, eine Hauptstraße, eine Kirche und viele Bäume. Im Artikel geht es um teure Mieten.

Wohnen wird immer teurer. Viele Menschen müssen mehr als die Hälfte des Einkommens für die Miete aufbringen. In Vorarlberg ist es besonders schlimm.

Foto: Walter Sturn für Unsplash

/ 18. März 2022

Zwei Zimmer in Dornbirn, Vorarlberg, weniger als 50 Quadratmeter, rund 900 Euro im Monat. Solche Preise überraschen Menschen auf Wohnungssuche wahrscheinlich nicht mehr.

Mieten ist heute bis zu 50 Prozent teurer als noch vor 10 Jahren, hat das Momentum Institut berechnet.

Trotzdem werden Wohnkosten in den politischen Debatten um steigende Preise oft vergessen. Im Mittelpunkt der Diskussionen stehen aktuell die stark steigenden Benzinpreise. Dabei wird Wohnen ähnlich teurer.

Mietpreise steigen deutlich schneller als die allgemeine Teuerung oder das Einkommen. Wenn Mieten schneller steigen als die Löhne, heißt das auch, dass Menschen einen größeren Teil ihres Einkommens fürs Wohnen ausgeben müssen.

Das verstärkt schon bestehende Ungleichheiten. Mieter:innen haben weniger Einkommen, zahlen aber mehr fürs Wohnen als Eigentümer:innen. Jede:r 10. Mieter:in gibt mehr als die Hälfte des Einkommens nur fürs Wohnen aus.

Ein Grund dafür ist, dass der Großteil der Neuvermietungen befristet sind. Das betrifft drei von vier privaten Mietverträgen. Nach ein paar Jahren können Vermieter:innen so höhere Mieten verlangen. Wenn sich die Mieter:innen das nicht leisten können, dann müssen sie eben raus. Am stärksten betrifft das junge Mieter:innen mit Migrationshintergrund - sie müssen überdurchschnittlich oft in privaten und befristeten Mietwohnungen leben.

Öffentlicher und gemeinnütziger Wohnbau bremst den starken Anstieg der Wohnpreise. Im teuren Tirol zahlt man für eine private Hauptmietwohnung 8,60 Euro pro Quadratmeter, eine Gemeindewohnung kostet nur 5,30 Euro. In Wien ist eine private Wohnung sogar um durchschnittlich 72 Prozent teurer als eine Gemeindewohnung.

Ein Teil der Mieten (Altbau, Gemeindewohnungen) dürfen nicht über dem gesetzlichen Richtwert liegen. Dieser wird alle zwei Jahre an die Teuerung angepasst. Wegen der Pandemie wurde die Anpassung im vergangenen Jahr ausgesetzt. Im April steht sie wieder bevor. Die Erhöhung des Richtwerts dürfte 5,85 Prozent betragen. Ökonom Alexander Huber vom Momentum Institut sagt, dass dadurch ein weiterer Anschub der Mietpreise zu befürchten sei. Er warnt vor einer "Mietpreisspirale". Das heißt: Wenn die Inflation hoch ist, steigen die Mieten, wodurch die Inflation weiter befeuert wird.

Dabei sind schon jetzt Menschen mit wenig Einkommen stark durch die hohen Heizkosten belastet. Eine Mietpreisspirale würde ihre Situation noch verschlimmern.

Um einen weiteren Anstieg der Wohnkosten einzudämmen, fordert Huber, dass die Erhöhung des Richtwerts ein weiteres Mal ausgesetzt wird. Außerdem sollte der Leerstand österreichweit erhoben und in öffentlichen und gemeinnützigen Wohnbau investiert werden.

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