Morgenmoment
/ 1. Dezember 2021

Guten Morgen!

Gemeinsame Politik kann uns Medikamente ersparen. Und trotzdem sollten wir über das froh sein, was wirkt. Dein Morgenmoment kommt heute von Tom Schaffer.

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#1 Möchtest du das teilen?

Es ist irgendwie schon recht normal geworden, dass man Menschen von "Schulmedizin" und "alternativer Medizin" sprechen hört. Natascha Strobl erklärt diese Woche in ihrer "Übersetz mir das"-Videoserie, warum man mit diesen Begriffen aber wirklich aufpassen sollte, und wer sie erfunden hat. Dabei ist egal, ob man von einem traditionellen Heilkraut aus dem Wald spricht oder von einer Tablette aus dem Labor - wenn etwas nachweisbar wirkt, ist immer ganz einfach nur "Medizin". Alles andere ist "keine Medizin".

#2 Lesetipp

Österreichs Gesellschaft wird älter. Mehr Menschen stellen sich also die Frage, ob sie zukünftig noch eine staatliche Pension kriegen werden. Manche Medien, Lobbyist:innen und Politikerinnen machen daraus ein gutes Geschäft. Sie schüren die Angst vor einem "Pensionsloch". Momentum-Chefökonom Oliver Picek erklärt heute, warum diese Panikmache unseriös ist - und was sie mit dem Ungeheuer von Loch Ness zu tun hat.

#3 Besser geht doch

Seit fast zwei Jahrzehnten wird um und gegen den Lobau-Tunnel gestritten. Der Milliarden-teure Autobahn-Tunnel unter dem Nationalpark-Donauauen betrifft ein Umweltschutzgebiet und würde den Verkehr in und um Wien laut Expert:innen ansteigen lassen. (Was spricht gegen den Lobau-Tunnel?) Wenn es stimmt, was die Tageszeitung "heute" am Dienstag gemeldet hat, wird das Projekt jetzt aber begraben. Umweltministerin Leonore Gewessler soll das heute bei einer Pressekonferenz bekannt geben. Die Meldung wurde offiziell nicht bestätigt, aber auch nicht dementiert. Gewessler hat im Sommer eine Prüfung in Auftrag gegeben, ob der Bau mit den österreichischen Klimazielen in Einklang gebracht werden kann - und diese soll negativ ausgefallen sein. SPÖ, ÖVP, FPÖ und Wirtschaftskammer waren immer für das Projekt, Grüne, Neos, Umweltschützer:innen und viele Verkehrsforscher:innen laufen hingegen seit Jahren dagegen Sturm. Sie besetzen seit Monaten auch die entsprechenden Baustellen der zum Tunnel geplanten Zubringer-Straßen. Was mit denen im Fall einer Tunnel-Absage passiert, ist unklar.

#4 Ignoriert

Heute ist Welt-Aids-Tag. Die Krankheit wurde in den 1980ern erstmals festgestellt und hat sich über die ganze Welt verbreitet. Ausgelöst wird Aids durch das HI-Virus, das sich vor allem durch ungeschützten Sex sowie verschmutzte Nadeln und Infusionen verbreitet. Lange Zeit wurde das Problem ignoriert und mit schädlichen Mythen und Vorurteilen über sexuelle Minderheiten verbunden. Als eine der ersten Prominenten hat sich Elizabeth Taylor gegen Vorurteile und für eine Bekämpfung der Krankheit eingesetzt. Die Schauspielerin verlor Freunde durch Aids und unterstützte Aufklärung und Forschung darüber. "Es ist schlimm genug, dass Menschen an Aids sterben. Aber niemand sollte durch Ignoranz sterben", meinte sie.

 

 

Etwa 40 Millionen Menschen sind in der HIV-Pandemie bisher verstorben. Fast genau so viele leben heute weltweit immer noch mit dem Virus - und 2 Millionen kommen jährlich dazu. Auch in Europa verbreitet es sich noch in unterschiedlichem Tempo.

Die am schlimmsten betroffenen Gebiete der Welt sind aber im südlichen Afrika und in Südostasien. Dafür existieren viele Gründe und Theorien. Es ist  aber wohl kein Zufall, dass das ziemlich arme Regionen der Welt sind. Einerseits hat die Aids-Pandemie in diesen Regionen der wirtschaftlichen Entwicklung tatsächlich messbar geschadet. Andererseits kann man mit den richtigen Medikamenten eine HIV-Infektion heute auch bereits recht gut vorbeugen - und auch ein fast normales Leben führen. Das ist aber auch eine Frage des Geldes. Geheilt werden kann die Infektion noch immer nicht und eine ausreichend wirksame, zugelassene Impfung existiert leider auch noch nicht. Und Betroffene werden immer noch oft mit Vorurteilen konfrontiert.

#5 Zitat des Tages

Egal ob der Schutz vor dem Coronavirus, der Kampf gegen eine völlig verrückte Vermögensverteilung auf unserer Welt oder die Abwehr der Klimakatastrophe. Unser Verhalten als einzelne Menschen ist dabei wichtig, aber allein kommen wir gegen diese Probleme auch nicht an. Da hilft keine Selbstoptimierung der Welt. Es braucht gemeinsame Maßnahmen durch die Politik. Das sagt auch die Autorin Margarete Stokowski. "Selbstfürsorge bringt nicht viel, wenn man schlecht regiert wird", meint sie

Hab einen tollen Start in den Dezember!

Tom

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