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Ungleichheit

Du brauchst weniger mehr Geld

Du brauchst weniger mehr Geld

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Guten Morgen!

Du spürst vermutlich auch, dass du mehr Geld brauchst, um deinen Lebensstandard zu finanzieren. Gerade bei den Mieten, aber nicht nur da. Deinen heutigen Morgenmoment sendet dir Lisa Wohlgenannt.

#1 Möchtest du das teilen?

Zum vierten Mal in 15 Monaten schnalzen jetzt für viele die Mieten nach oben. In Österreich steigen die Mieten nämlich gemeinsam mit den Preisen. Denn wir haben die Mieterhöhung gesetzlich an die Inflation gekoppelt. Barbara Blaha sagt „Moment mal!“

 

#2 Besser geht doch

 

Es ist durch. Das EU-Parlament stimmt für das Lieferkettengesetz. Es soll Unternehmen verpflichten, in ihrer weltweiten Produktion Menschenrechte zu wahren und die Umwelt nicht zu schädigen. Wie MOMENT.at berichtete, hatte sich die konservative EVP-Fraktion kurz vor dem Tag der Abstimmung quergestellt und zahlreiche Änderungen am Gesetz gefordert. Damit wäre das EU-Lieferkettengesetz verwässert worden und drohte sogar, zu scheitern. Doch das Parlament stimmte jetzt für den im April verabschiedeten Vorschlag des Rechtsausschusses. Demnach soll die Richtlinie für große Firmen ab 250 Mitarbeiter:innen und mehr als 40 Millionen Euro Nettoumsatz im Jahr gelten.

„Ein starkes Zeichen des EU-Parlaments”, nannte Bettina Rosenberger, Koordinatorin der Kampagne „Menschenrechte brauchen Gesetze“, das Abstimmungsergebnis. Die Abgeordneten hätten “den jüngsten Aufweichversuchen von Konzernlobbyist:innen eine klare Absage erteilt.” Der jetzt angenommene Kompromissvorschlag gehe über das hinaus, was die EU-Kommission und der Rat der Staats- und Regierungschef vorgelegt hatten. Parlament, Rat und Kommission wollen die “Richtlinie über die Sorgfaltspflichten von Unternehmen im Hinblick auf Nachhaltigkeit” über den Sommer final verhandeln.

#3 Zahl des Tages

Die Teuerungswelle ebbt langsam ab. Im Mai gab es laut Schnellschätzung der Statistik Austria eine Inflation von 8,8 Prozent. Das ist der niedrigste Wert seit Juni 2022. Im April lag sie noch bei 9,7 Prozent. Von September bis Februar war sie zweistellig. Grund für die den Rückgang der Inflationsrate seien vor allem billige fossile Treibstoffe. Auch bei Nahrungsmitteln werde der Preisauftrieb schwächer. 

Auch im Euro-Raum wird die Inflation schwächer mit aktuell 6,1 Prozent. Damit ist die Teuerungsrate in Österreich immer noch höher als im Durchschnitt der Euro-Zone und geht sogar weniger stark zurück als in anderen Ländern des Währungsraums. Ausruhen kann sich die Regierung also nicht. Auch, weil die Inflation nicht alle gleich trifft. Für einkommensschwache Familien ist sie höher als für reiche Menschen. Sie müssen nämlich mehr von ihrem Geld für grundlegende Dinge wie Wohnen, Energie und Lebensmittel ausgeben und können nicht einfach weniger davon konsumieren. Außerdem steigen die Löhne nicht entsprechend mit. 

#4 Grafik des Tages

 

Auch wenn die Teuerungsrate sinkt, das Leben ist heute teurer als noch vor zwei Jahren. Wie viel teurer hat das Momentum Institut berechnet. Ein Ein-Personen-Haushalt muss heute im Schnitt 405 Euro mehr im Monat zahlen als 2021. Waren es vor zwei Jahren durchschnittlich 2.100 Euro im Monat, sind es heute 2.509 Euro.

Am stärksten sind die Kosten in den Bereichen Wohnen und Energie mit 117 Euro monatlich gestiegen. Dicht gefolgt von Verkehr mit 81 Euro und Lebensmitteln mit zusätzlichen Kosten von 71 Euro pro Monat. Insgesamt liegen die jährlichen Mehrkosten im Durchschnitt bei 4.860 Euro.

Das Problem: Die Löhne sind nicht ausreichend gestiegen, um sämtliche Mehrkosten zu decken. Ein Ein-Personen-Haushalt hatte 2021 ein durchschnittliches Einkommen von 2.470 Euro. 2023 ist das Einkommen um 260 Euro auf 2.730 Euro gestiegen. Um die Mehrkosten zu stemmen, fehlen rund 1.750 Euro im Jahr.

Das Momentum Institut empfiehlt eine Miet- und Gaspreisbremse, um treffsicher zu helfen. Mit einer Mietpreisbremse wird vor allem die ärmere Bevölkerungshälfte unterstützt. Sie wohnen fast gänzlich zur Miete. Während 80 Prozent der Mieteinnahmen an das reichste Zehntel im Land gehen. Eine Preisbremse für Gas garantiert, dass Menschen unterstützt werden, deren Energiekosten tatsächlich um ein Vielfaches gestiegen sind.

#5 Hast du das gesehen?

Im Juni stellen wir dir wichtige LGBTQIA-Persönlichkeiten vor. Den Anfang macht: Magnus Hirschfeld. Er prägte die Homosexuellenbewegung wie kein anderer, wie du hier siehst.

 

Ich wünsche dir ein schönes Wochenende.

Lisa

 

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