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Redaktion

/ 3. September 2020

Die Kriterien für die Krisen-Unterstützung beim Arbeitslosengeld sind zu streng. Die Hälfte der Betroffenen bekommt die Einmalzahlung für Arbeitslose nicht.

Schon als die Einmalzahlung von der österreichischen Regierung angekündigt wurde, gab es die Befürchtungen: die Voraussetzungen für die Einmalzahlung für Arbeitslose in der Corona-Krise sind zu streng, um allen zu helfen. Berechnungen des Momentum Instituts zeigen nun, wie weit die Maßnahme an den betroffenen Menschen vorbei zielte. 

In der Corona-Krise explodierte die Arbeitslosigkeit in Österreich. Menschen verloren wegen der Maßnahmen gegen die Pandemie entweder ihren Job oder fanden keinen neuen. Zwischen März und August gab es deshalb laut AMS 740.000 Menschen, die an Schulungen teilnahmen, Arbeitslosengeld oder Notstandshilfe bezogen haben - ein trauriger Rekord in der Zweiten Republik.

Aber fast die Hälfte dieser Menschen bekommen die Einmalzahlung von 450 Euro nicht (dazu musste man zwischen März und August 60 Tage arbeitslos gemeldet sein). Dabei ist die Krise auch jetzt noch nicht vorbei. Auch im August waren immer noch 92.000 Menschen mehr arbeitslos als im selben Monat des Vorjahres. Die unvorhersehbaren Einkommenseinbußen treffen viele Menschen hart und schaden auch der Wirtschaft, weil die Nachfrage nach Gütern und Dienstleistungen dadurch weiter einbricht.

An der allgemeinen Erhöhung des Arbeitslosengeldes führt dementsprechend kein Weg vorbei, will man wirklich allen Betroffenen helfen. Das Momentum Institut schlägt schon seit Monaten vor, die Ersatzrate des letzten Nettogehalts künftig von 55 auf 70 Prozent zu erhöhen. Das wäre eine Angleichung an internationale Standard, an denen gemessen Österreichs Arbeitslosengeld gerade in den ersten Monaten außerordentlich niedrig ist. Da das bisher aber nicht passiert ist, wäre zwischenzeitlich eine Ausweitung der Einmalzahlung auf alle von Arbeitslosigkeit betroffenen Menschen nötig.

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