Equal Pension Day

Danie Franco/Unsplash

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/ 30. Juli 2021

Frauen bekommen weniger Pension als Männer, und zwar immer noch um 39 Prozent, berechnet das Momentum Institut. Diese Tatsache beschreibt der Gender Pension Gap, auf den mit dem Equal Pension Day aufmerksam gemacht werden soll. Dieses Jahr fällt er auf den 1. August. Aber warum fällt der Equal Pension Day auf genau diesen Tag und wieso gibt es den Gender Pension Gap eigentlich?

Was ist der Equal Pension Day?

Der Equal Pension Day ist jener Tag, an dem Männer bereits so viel Pension bekommen haben, wie Frauen im ganzen Jahr erhalten. In diesem Jahr fällt der Tag in Österreich auf den 1. August 2021.

In den einzelnen Bundesländern gibt es jedoch starke Unterschiede, wie Berechnungen des Momentum Instituts zeigen. Am größten ist die Ungleichheit in Vorarlberg mit 46,4 Prozent. Frauen bekommen im Westen also fast nur die Hälfte der Pensionen der Männer. Am besten schneidet Wien ab mit einer Differenz von 26,4 Prozent.

Im Vergleich zu vergangenem Jahr hat sich der Equal Pension Day um einen Tag nach hinten verschoben, also „verbessert“. Das klingt gut, geht aber viel zu langsam. Zwischen 1997 und 2019 hat der Unterschied zwischen Männer- und Frauenpensionen von 46,4 auf 38,7 Prozent abgenommen. Geht diese Entwicklung so weiter, erreichen wir erst 2128, in 107 Jahren, eine Gleichheit der Pensionen. Das zeigt eine Berechnung des Momentum Instituts.

Equal Pension Day: Weshalb bekommen Frauen weniger Pension?

Die Höhe der Pension hängt vom Einkommen ab. Ungleichheit bei den Einkommen setzt sich deshalb in Ungleichheit bei der Pension fort. Frauen verdienen nämlich weniger als ihre männlichen Kollegen. Laut Statistik Austria waren es 2019 19,9 Prozent, die Frauen brutto pro Stunde weniger bekommen haben. Diese Einkommensungleichheit hat den größten Einfluss auf die Pensionslücke. Verdient eine Frau weniger, während sie arbeitet, erhält sie später auch weniger Pension. Hinzukommt, dass überwiegend von Frauen ausgeübte Berufe tendenziell schlechter bezahlt sind als überwiegend von Männern ausgeübte Berufe.

Ein weiterer Grund für die Ungleichheit bei Pensionen ist, dass Frauen oft nicht oder weniger arbeiten, weil sie einen Großteil der unbezahlten Arbeit übernehmen. Kinderbetreuung oder die Pflege von Angehörigen ist Arbeit, die nach wie vor meist von Frauen übernommen und die nicht oder nicht angemessen entlohnt wird. Durch die Jahre, in denen Frauen deshalb nicht arbeiten, und das frühere Pensionsantrittsalter, haben Frauen im Mittel knapp acht Versicherungsjahre weniger für die Alterspension. Und wenn Frauen es schaffen, trotzdem zu arbeiten, tun sie das oft nicht Vollzeit. Fast die Hälfte aller Frauen arbeitet Teilzeit, allerdings nur jeder zehnte Mann. Dadurch haben Frauen eben weniger Beitragsjahre oder Beitragsjahre mit niedrigeren Einkommen, was wiederum zu einer niedrigeren Pension führt. Durch die Pensionsreform von 2005 rächt sich Teilzeitarbeit im Alter noch mehr. Früher wurden die 15 besten Erwerbsjahre für die Berechnung der Pensionshöhe verwendet. Inzwischen werden alle Versicherungsjahre für die Berechnung herangezogen.

Frauen verrichten also den Großteil unbezahlter Haus- und Pflegearbeit, wodurch die bezahlte Arbeit oft reduziert wird. Das hat sich auch in der Pandemie sehr deutlich gezeigt. Frauen sind dadurch besonders oft von Altersarmut betroffen. Das mittlere monatliche Pensionseinkommen von Frauen lag 2019 bei 1.161 Euro netto und damit unter Armutsgefährdungsgrenze. Männer hingegen haben 1.653 Euro netto im Monat bekommen. Das ist ein Unterschied von fast 500 Euro netto monatlich.

Wie können wir den Gender Pension Gap in Österreich schließen?

Expert:innen fordern eine gerechte Aufteilung der unbezahlten Arbeit zwischen Frauen und Männern und bessere Anrechnung und Anerkennung dieser Arbeit. Außerdem braucht es ausreichende Angebote für Kinderbetreuung, damit Frauen ihren Jobs nachgehen können. Überhaupt helfen Maßnahmen gegen Einkommensungleichheit von Männern und Frauen, also den Gender Pay Gap, auch gegen den Gender Pension Gap. Dazu zählen unter anderem eine bessere Bezahlung in überwiegend weiblich geprägten Branchen wie z.B. Pflege oder Kleinkindpädagogik sowie Schritte in Richtung allgemeiner Arbeitszeitverkürzung.

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