Morgenmoment
/ 25. Juni 2021

Guten Morgen!

Was Steuern hinterzieht, wird vergleichweise gering bestraft. Die Überreichen müssen sowieso kaum zahlen auf ihr Vermögen. Kann man das nicht ändern? Der Morgenmoment, heute von Andreas Bachmann.

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#1 Möchtest Du das teilen?

Sehr viele Überstunden werden in Österreich nicht bezahlt? Lohnraub hat kaum Konsequenzen für Unternehmen. Wer bei Sozialleistungen trickst, wird hingegen streng verfolgt. Jetzt werden die Strafen für Unternehmen sogar noch lascher. Wir spielen nicht alle nach den gleichen Spielregeln. Drei Beispiele zeigen: Was eigentlich für alle gelten sollte, gilt für die ganz oben noch lange nicht. Die neue Ausgabe von Moment Mal!

#2 Lesetipp

Wir vom Moment Magazin beschreiben uns selbst als “Unabhängig. Mit Haltung.” Auch bei der Kronen Zeitung steht direkt unter dem Logo auf der Titelseite “unabhängig”. Doch was bedeutet es eigentlich, wenn ein Medium sich als “unabhängig” bezeichnet? Wie finanzieren sich unabhängige Medien? Was ist mit Medien, die sich nicht so beschreiben? Sind “unabhängige” Medien automatisch bessere, qualitätsvollere Medien? Wir dröseln das hier einmal auf.

#3 Zahl des Tages

"Das Schlimmste kommt erst noch", heißt es warnend im Entwurf des neuesten Bericht des Weltklimarat genannten Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) zur drohenden Klimakatastrophe. "Es wird die Leben unserer Kinder und Enkelkinder viel stärker betreffen als unsere." Heute geborene Kinder würden bereits vor ihrem dreißigsten Geburtstag schmerzhaft erfahren müssen, wie sich die Lebensbedingungen auf der Erde verschlechtern.

Grund: Die menschengemachte Klimakrise und die Erderwärmung. Extreme Hitzewellen, über die wir heute stöhnen, würden in einigen Jahren normal. 420 Millionen Menschen mehr als heute werden unter potenziell tödlichen Hitzewellen leiden, wenn die Erderwärmung auf 2 Grad Celsius über das vorindustrielle Niveau steigt. Bereits heute sind wir bei 1,1 Grad angelangt. Und: "Bei den aktuellen Trends steuern wir bestenfalls auf drei Grad Celsius zu."

Dazu kommt: Steigt die Erderwärmung auf 1,5 Grad, was bereits im Jahr 2026 der Fall sein könnte, werden  Kipppunkte aktiviert, "die fortschreitend schwerwiegende, jahrhundertelange und in einigen Fällen irreversible Folgen" hätten. "Das Leben auf der Erde kann sich von einem drastischen Klimaumschwung erholen, indem es neue Arten hervorbringt und neue Ökosysteme schafft", heißt es in dem Berichtsentwurf. "Menschen können das nicht."

#4 Pride Month

Der Juni ist Pride Month. Wir stellen deshalb bemerkenswerte LGBTQIA-Persönlichkeiten aus aller Welt vor. Gilbert Baker designte die Regenbogenfahne, die auf den Tag genau vor 42 Jahren erstmals enthüllt wurde. Sie ist weltweites Symbol der Lesben- und Schwulenbewegung und Zeichen der Toleranz und Akzeptanz für die Vielfalt der Lebensformen.

Der 1951 in Kansas geborene Baker war zu Beginn der 1970er Jahre als Soldat in San Francisco stationiert, erlebte dort die Anfänge der Lesben- und Schwulenbewegung. Er brachte sich selbst das Schneiderhandwerk bei. Freundinnen und Freunde fragten ihn häufig, Banner für Proteste und Märsche zu nähen. 

Im Jahr 1978 baten ihn der Lesben- und Schwulenaktivist Harvey Milk und weitere, eine Flagge zu entwerfen, die für die gesamte Bewegung stehen sollte. Sie wurde auf einer Gay Pride Parade am 25. Juni 1978 enthüllt. "Sie standen da und sahen die Flaggen und ihre Gesichter leuchteten", sagte Cleve Jones, ein enger Freund Bakers, in einem Interview nach Bakers Tod im Jahr 2017. "Es brauchte keine Erklärung, Die Leute wussten sofort, dass es ihre Flagge war." 

Auch für Gilbert Baker war es ein besonderer Moment: "Ich wusste sofort, als ich die Reaktionen auf die Flagge sah, dass das etwas werden würde", sagt er in einem Interview. Ursprünglich bestand die Flagge aus acht Farbstreifen. Der pinke wurde später entfernt - weil pinker Stoff zu teuer war, wie Gilbert Baker sagte. Türkis und blau wurden in einem gemeinsamen Blauton kombiniert. Baker blieb Zeit seines Lebens mit der Regenbogenfahnen verbunden und kreierte verschiedene Variationen. "Er sagte mir, als er die Flagge das erste Mal hochzog, dass es sein Lebenswerk sein würde", so Cleve Jones.

#5 Zitat des Tages

Führt endlich eine Vermögenssteuer ein! Das fordert UN-Generalsekretär António Guterres. Die Coronakrise hat die Ungleichheit enorm verstärkt. Während allein in Österreich am Höhepunkt der Coronakrise knapp 600.000 Menschen arbeitslos waren und mehr als 1.000.000 in Kurzarbeit geschickt wurden, häuften die Überreichen in der Krise noch mehr Vermögen an.

Um gigantische 5 Billionen Dollar seien die Reichsten reicher geworden, schreibt Guterres in einem Tweet. Gleichzeitig wurden weltweit weitere 120 Millionen Menschen in die Armut getrieben. Guterres fordert die Regierungen der Welt „dringend auf, eine Solidaritäts- oder Vermögenssteuer für diejenigen in Betracht zu ziehen, die während COVID-19 profitiert haben, um extreme Ungleichheiten abzubauen“. Guterres ist damit nicht allein. Selbst viele reiche Menschen fordern inzwischen: Besteuert uns endlich!

#6 Bonus Track

Dazu passend: Momentum-Ökonom Joel Tölgyes erklärt in „Café Puls“, wieso sich eine Erhöhung der Steuern auf Vermögen und eine Senkung der Steuern auf Arbeit positiv auf die Wirtschaft auswirkt.

 

Einen erfreulichen Tag wünscht Dir

Andreas

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