3 Argumente, warum die Klimakrise den Sommer schlimmer macht. Das Bild zeigt einen Mann, der vor der Sonne steht und sich mit einem Handtuch den Schweiß abwischt
/ 5. Juli 2022

Die Warnungen von Wissenschaftler:innen, Aktivist:innen und Medien sind völlig übertrieben. Früher waren die Sommer schließlich auch heiß und sonnig. Was jetzt passiert, ist eigentlich ganz normal. 

Auch wir lesen in den Kommentaren immer wieder, dass wir uns doch einfach über die "sommerlichen Temperaturen" freuen sollen. Doch zum Freuen gibt es daran leider wenig. Deswegen haben wir hier drei Argumente gegen die Verharmlosung der Klimakrise und ihrer Auswirkungen auf die Temperaturen:
 

#1 Ja, früher war es im Sommer auch öfter mal heiß. Aber eben nicht so oft und so extrem

Mal ehrlich: Hitzetage - also Tage, an denen die Temperatur 30 Grad Celsius erreicht -  waren als Kind etwas Außergewöhnliches. Mittlerweile ist das nicht mehr ganz so, wie das Beispiel Wien zeigt. Gab es dort zwischen 1980 und 1990 im Schnitt 10 Hitzetage pro Jahr, sind diese zwischen 2010 und 2020 auf 27 gestiegen. Auch die Tropennächte haben stark zugenommen. Die heißesten fünf Sommer seit Beginn der Aufzeichnung 1767 waren in Österreich alle nach 2000.

Nicht nur im Sommer wird es immer heißer. Die Durchschnittstemperatur in Österreich ist seit 1900 um 2° Celsius gestiegen. Die Erhitzung ist damit doppelt so hoch, wie der globale Durchschnitt. Schuld an dieser Erhitzung sind die vom Menschen produzierten Treibhausgase. 

Den Temperaturverlauf über die Jahre kann man am Klimastreifen für Österreich besonders gut sehen. Er zeigt für jedes Jahr seit 1901, wie sich die jährliche Temperatur zur mittleren Temperatur zwischen 1971 und 2000 verhält. Je roter, desto heißer:

 

#2 Ja, Unwetter und Hitzewellen gab es auch früher. Aber sie waren nicht so intensiv und traten weniger häufig auf

Tatsächlich hängt nicht jede Extremwetterereignisse mit der Klimakrise zusammen. Das behaupten jedoch weder Wissenschafter:innen noch Aktivist:innen. Doch die Klimaforschung hat gezeigt, dass viele dieser extremen Wetterlagen durch die Klimakrise begünstigt werden. Und immer mehr dieser Ereignisse können der Erderhitzung zugeordnet werden.

Ganz eindeutig ist das bei Hitzewellen der Fall. Diese treten durch die Klimakrise häufiger auf und sind dabei intensiver. Wissenschafter:innen konnten durch Simulationen feststellen, dass es einige der Hitzewellen in den letzten Jahren ohne die Erderhitzung gar nicht gegeben hätte, weil sie so unwahrscheinlich gewesen wären. Auch in Österreich dauern Hitzewellen mittlerweile im Schnitt zwei Tage länger und treten um 50 Prozent öfter auf als früher.

#3 Nein, die Klimakrise ist nicht "künstlich konstruiert" oder "übertrieben"

Auch wir hören den Vorwurf oft: Die Klimakrise ist eigentlich gar nicht so schlimm, Medien übertreiben damit und eigentlich folgen alle blind einer "Klimahysterie".

Die Prognosen der Klimawissenschaftler:innen machen vielen Menschen Angst. Das ist auch verständlich, wenn man sich die möglichen Auswirkungen vor Augen führt:

Wir befinden uns aktuell auf dem Weg zu einer Erhitzung von 3 Grad bis 2100

Da ist es wesentlich leichter, an eine Verschwörung zu glauben und die Gefahren zu verharmlosen.

Nur: Die Wissenschaft ist sich einig darüber, dass der Mensch für die Klimakrise verantwortlich ist. Es herrschen auch keine Zweifel mehr darüber, dass und wie stark sich die Erde erhitzt. Wissenschafter:innen sind mittlerweile vor allem damit beschäftigt, die Auswirkungen der Erderhitzung zu analysieren. Und der Frage nachzugehen, wie sie am besten eingedämmt werden kann.

Denn die gute Nachricht ist: Die Klimakrise kann immer noch bekämpft werden. Aber sie verschwindet nicht, wenn wir sie ignorieren.

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