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Klimakrise
Ungleichheit

Was wertvoll ist, bezahlen wir nicht

Was wertvoll ist, bezahlen wir nicht

Ein Morgenmoment Haltung.

Einen schönen guten Morgen,

Manchmal sind die Dinge einfach. Was hilft gegen Arbeitslosigkeit? Arbeitsplätze. Was hilft nicht? Schärfere Sperren beim Arbeitslosengeld. Was hilft gegen Obdachlosigkeit? Wohnungen. Was reduziert die eklatante Ungleichheit bei Vermögen? Eine gerechtere Verteilung der unbezahlten Arbeit und ein faires Steuersystem. Ein Morgenmoment voller Antworten, zusammengestellt von Barbara Blaha.

 

#1 Möchtest du das teilen?

Hitzewellen, Unwetter oder Unmengen an Schnee: Die Klimakrise sorgt in Österreich für immer mehr Wetterextreme, die unseren Wäldern extrem zusetzen. Die Klimakrise im Wald haben wir für euch in vier Grafiken vermessen.

#2 Zahl des Tages

 
Shareable zeigt eine Hand in einem Putzhandschuh, die eine Flasche Glasreiniger hält. Text: Frauen leisten weltweit täglich 12,5 Milliarden Stunden unbezahlter Hausarbeit und Pflegefürsorge.

Unbezahlte Frauenarbeit, Oxfam, Moment.

Frauen leisten täglich wertvolle Arbeit, die aber nicht bezahlt ist – und damit leider wenig gewürdigt wird. Ganze 12,5 Milliarden Stunden täglich arbeiten Frauen weltweit im Haushalt, in Pflege und Zuwendung. Würde diese Arbeit zumindest mit dem Mindestgehalt abgegolten, ergäbe das Löhne von umgerechnet fast 10 Billionen Euro. Das geht aus dem soeben veröffentlichten Bericht des internationalen Verbunds von Hilfs- und Entwicklungsorganisationen Oxfam hervor. Die geleistete Arbeit von Frauen wird überwiegend als weniger wertvoll als Arbeit beispielsweise in der IT oder Finanzwirtschaft betrachtet. Ein Grund dafür: Diese erzielen Umsätze, die im BIP berücksichtigt werden. Der Wert von Pflege- und Fürsorgearbeit jedoch nicht, „obwohl beide unabdingbare Voraussetzungen für das menschliche Leben und gesellschaftliches Wohlergehen sind“, wie Oxfam schreibt. Ein wunderbares Gespräch über den Wert unbezahlter Arbeit mit der Journalistin Jelena Gučanin findest du hier.

#3 In was für einer Welt leben wir eigentlich?

Die Regierung schießt sich auf Arbeitslose ein: Nach der Forderung nach schärferen Sanktionsmechanismen durch den Chef der Industriellen-Vereinigung in der Pressestunde am Sonntag, zieht Bundeskanzler Sebastian Kurz tags darauf nach. Ihm gehe es darum „Menschen, die in Ostösterreich arbeitslos sind in Westösterreich zu beschäftigen“.  Im Regierungsprogramm liest sich das als  „Weiterentwicklung des Arbeitslosengelds“. Wer sich weigert, für einen Job von Wien nach Tirol zu ziehen, dem soll das Arbeitslosengeld zukünftig gestrichen werden. Allerdings: Schärfere Sanktionen schaffen keine Arbeitsplätze, die Debatte darüber lenkt von den eigentlichen Ursachen der hohen Arbeitslosigkeit ab. Das AMS hat die Zahl der Geldsperren seit 2016 drakonisch angehoben. Menschen, die einen Job suchen, sind wegen der härteren Gangart nicht schneller wieder in Beschäftigung – jedenfalls aber in Bedrängnis.

#4 Hast du das gesehen?

Was gegen Wohnungslosigkeit hilft? Wohnungen! Das Neunerhaus in Wien hat seit 2012 rund 350 Menschen aus der Obdachlosigkeit geholt, ohne die Wohnung an Bedingungen zu knüpfen. Die (günstige) Miete muss bezahlt werden, klar. Die Auswertung zeigt wie erfolgreich das Projekt läuft: 94 Prozent der Mietverhältnisse sind stabil. International laufen zahlreiche ähnliche Projekte, hier gehts zum Überblick. Und hier erzählt eine ehemalige Obdachlose, wie leicht man aus der Spur rutscht und wie Scham daran hindert, Hilfe zu suchen.

 
Ein Obdachloser erzählt

#5 Lesetipp

 
Kinder und ein Hund spielen auf einem durch Buschbrände erleuchteten Campingplatz.

Australien Inferno, Moment.

Australien steht – trotz der lang ersehnten Regenfälle – nach wie vor in Flammen. Über die Sozialen Netzwerke haben sich Bilder dieser Katastrophe in Sekundenschnelle auf dem gesamten Erdball verbreitet. „Über die Klimakrise wird oft gesagt, sie sei durch eine merkwürdige Form kognitiver Dissonanz geprägt. Man liest etwas über die schmelzenden Polarkappen, die steigenden Temperaturen und das massenhafte Artensterben und man versteht intellektuell, dass etwas wirklich Schreckliches vor sich geht. Aber an den Nervenenden fühlt es sich überhaupt nicht danach an, sondern lediglich wie ein für die Jahreszeit zu warmer Januartag.“ Haben die Bilder die Kraft daran etwas zu ändern? Das fragt sich der Autor Marc O’Connell im nachdenklichen Text „Das Instagram-Inferno“.

 

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