Morgenmoment
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/ 9. Oktober 2020

Guten Morgen,

Bis Juni galt die Vereinbarung, niemanden vom Strom- und Gasnetz zu nehmen, auch wenn die Rechnung nicht bezahlt werden konnte. Nun droht tausenden Menschen ein bitterkalter Winter. Donald Trump folgt HC Strache vielleicht bald in die Polit-Pension, ein witziger Werbespot könnte dazu einiges beitragen. Und: Richtig reich wird man durch die unsichtbare Zauberhand des freien Markts. Echt jetzt, René Benko zeigt, wie es geht. Ein Morgenmoment von Barbara Blaha.

#1 Möchtest du das teilen?

Tausende Menschen konnten im letzten halben Jahr ihre Energierechnungen nicht bezahlen. Alleine in Wien blieben im Vergleich zum Vorjahr fünfmal so viele Strom- und Gasrechnungen offen. Bis Juni galt eine Vereinbarung der Energieunternehmen, während der Krise niemandem den Saft abzudrehen. Nun kommt der Winter und tausenden Menschen droht Strom und Gas gekappt zu werden. Warum immer mehr Menschen es sich nicht mehr leisten können, ihre Wohnung warmzuhalten, und was man dagegen tun kann, liest du hier.

#2 Zahl des Tages

René Benko, Immobilienmagnat, ist ein sehr reicher Mann. Nun wird der Mulit-Milliardär noch reicher: Ohne größere Teile des Immobilienportfolios zu verkaufen, schüttet Benkos "Signa Prime Selection AG" in Corona-Zeiten über 200 Millionen Euro an Dividenden aus. Auf Basis neuer Begutachtungen wurde der Immobilienbestand der Firma um 933 Millionen Euro höher bewertet und aus einem Minus ein Gewinn von 838 Millionen Euro. Wie das genau funktioniert haben wir uns einmal genauer angesehen.

Porträt von Rene Benko, Text darüber: 200 Millionen Euro schüttet Rene Benkos Firma in Corona-Zeiten an Gewinn aus

#3 Hast du das gesehen?

Auch anderswo wird bald gewählt. Am 3. November wählen die USA ihren neuen Präsidenten. Täglich kommen neue Wahlkampf-Spots heraus, einen ganz besonders gelungenen hat der Schauspieler Mandy Patinkin mit seiner Frau Kathryn Grody gebastelt. Einen besseren werden wir in diesem Jahr nicht mehr sehen.

#4 Besser geht doch

Zitat von Nemonte Nequino, Sprecherin des Volkes der Waorani: Die Weissen halten sich für entwickelt und sprechen viel über Technologie. Aber sie hinterlassen ihren Kindern keine lebenswerte Welt. Dagegen kämpfen wir.

Manchmal gelingt jemandem etwas, das so unwahrscheinlich ist, dass man es kaum glauben kann. So jemand ist Nemonte Nenquimo: Die 35-jährige ist die Präsidentin der Waorani, einem indigenen Volk in Ecuador. Das Siedlungsgebiet der Waorani ist eine der letzen noch fast unberührten Regionen des Amazonas-Urwaldes in Ecuador. Das Gebiet ist reich an Erdöl und darum hart umkämpft. Eigentlich wollte Ecuador das Gebiet für die Ölindustrie nicht öffnen, und bat die internationale Staatengemeinschaft für diese Klimaschutzmaßnahme, von der die Welt, also wir alle, profitiert hätten, um Ausgleichszahlungen. Das wurde verweigert, die Ölindustrie verschaffte sich Zugang zum Amazonas-Gebiet - mit verheerenden Folgen. Als auch das Stammesgebiet der Waorani zum Verkauf stand, wehrte sich Nemote Nenquimo und reichte Klage ein gegen die Ölfördervorhaben der ecuadorianischen Regierung. Nun wurde den Waorani Recht gegeben. Damit hat zum ersten Mal in der Geschichte Ecuadors ein indigenes Volk Recht bekommen. Die Times hat Nemote Nenquimo jetzt zu den 100 einflussreichsten Menschen der Welt gekürt.

#5 Gezeichnet

Auch im Hebel der Macht wird in der Hauptstadt gewählt. Der Premierminister hat jedenfalls die passende Analyse parat.

Telefonat zwischen Brommel und Premierminister Plenk. Brommel fragt: "Herr Premierminister! Wissen Sie schon was Sie heute zur Wahl in der Hauptstadt sagen wollen?" Plenk fragt: "Wie wird sie denn ausgehen?"

Hebel der Macht: Wahlrituale

Eine schöne Woche,

Barbara

 

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