Morgenmoment
/ 19. Mai 2021

Guten Morgen!

Zu wenige Firmen verursachen zu viel Müll. Zu viele Firmen können zu wenige Chips herstellen. Und zu viele Regierungen investieren zu viel in schlechte Energieträger. Zu wenig haben wir dir im heutigen Morgenmoment auf jeden Fall nicht anzubieten. Zusammengestellt wurde der von Sebastian Panny.

#1 Möchtest du das teilen?

Die Playstation 5 ist seit November letztens Jahres auf dem Markt - doch die wenigsten Menschen, die eine haben wollen, bekommen auch eine. Denn die Konsole ist, wie viele andere Produkte von einer Chip-Krise betroffen. Diese Chips kosten zwar eigentlich nur zwischen 50 Cent und 50 Euro, aber es werden momentan einfach zu wenige davon hergestellt. Hat die aktuelle Situation niemand vorhergesehen? Warum wurden Produktionskapazitäten nicht schon viel früher ausgebaut? Oliver Picek, Chefökonom des Momentum Instituts, erklärt dir in der aktuellen Ausgabe von Wirtschaft erklärt, wie es zu diesem Marktversagen kommen konnte.

#2 Zahl des Tages

Einwegplastik ist katastrophal für die Umwelt. Denn einerseits verbraucht die Herstellung fossile Energieträger wie Erdöl und Erdgas, deren Gewinnung und Verbrauch klimaschädlich ist. Und andererseits ist das Material sehr schwierig zu recyclen: Nur 10-15% des weltweit anfallenden Einwegplastiks wird wiederverwendet. Der Rest ist Müll, der sehr häufig in der Umwelt landet, wo er enorme Schäden anrichtet.

Verantwortlich für diese Müllberge sind zu einem großen Teil nur sehr wenige Firmen, wie der “Plastic Waste Makers Index” nun zum ersten Mal zeigt. Nur 20 Unternehmen produzieren demnach 55% des weltweiten Einwegplastiks, 100 Firmen sogar mehr als 90%. An der Spitze steht dabei der US-amerikanische Konzern ExxonMobil, der geschätzte 5,9 Millionen Tonnen Plastik pro Jahr herstellt.

Die Produktion von Plastik ist für die Konzerne aktuell auch deswegen so wichtig, weil die anderen Märkte für Öl und Erdgas - Transport und Energieherstellung - immer stärker durch klimafreundliche Alternativen dominiert werden. Die Studie kritisiert, dass die Unternehmen in diesem Bereich seit Jahrzehnten kaum reguliert werden und wenig transparent auftreten. Es würde wesentlich stärkere Auflagen brauchen, um mehr ökonomische Anreize zum Verwenden von recycelten Plastik zu schaffen.

In Österreich landen übrigens jedes Jahr eine Million Tonnen Plastik im Müll, wovon nur ein Drittel recycelt wird. Ein Plastikpfand könnte da Abhilfe schaffen - doch der trifft in Österreich auf den Widerstand der Wirtschaft, wie dir Barbara Blaha in dieser Ausgabe von Moment Mal erklärt.

 

#3 Übersetz mir das!

Heute sperrt endlich die Gastronomie wieder auf. Das freut nicht nur die hungrigen und durstigen ÖsterreicherInnen, sondern ganz besonders die Betriebe, die wieder ihrem Geschäft nachgehen können. Doch es gibt schon das nächste Problem, denn einige von ihnen finden keine ArbeitnehmerInnen. Wer daran Schuld ist? Für einige ArbeitgeberInnen ist die Antwort ganz klar: die faulen Arbeitslosen natürlich.

Doch sind die Betriebe nicht eigentlich selbst Schuld, wenn niemand bei ihnen arbeiten will? Natascha Strobl übersetzt dir heute in ihrer neuen Videokolumne, warum es in der neoliberalen Denkweise die Erzählung von den faulen Arbeitslosen geben muss.

#4 Zitat des Tages

Die Internationale Energieagentur hat einen neuen Bericht vorgelegt, wie der globale Energiesektor bis 2050 emissionfrei werden kann. Darin ruft die ansonsten eher konservativ auftretende Behörde zu drastischen Maßnahmen auf. Investitionen in Öl- und Gasvorkommen müssten unmittelbar gestoppt und der Bau konventioneller Kraftwerke soll eingestellt werden. Bis 2025 sollten neue Gebäude energieneutral sein, ab 2035 sollen keine Verbrennerautos mehr verkauft werden. Über 400 einzelne Ziele wurden in dem Bericht definiert. Viele Regierungen würden sich aktuell Klimaneutralität auf die Fahnen heften. Doch gehandelt werde noch viel zu wenig, um die Ziele auch zu erreichen, so IEA-Direktur Fatih Birol.

Laut dem Bericht ist das Ziel der Null-Emissionen bis 2050 immer noch möglich. Das kann aber nur geschehen, wenn Investitionen in saubere Energien noch wesentlich stärker ansteigen. Bis 2030 müsste etwa der jährliche Zuwachs bei Windkraft- und Photovoltaikanlagen vier Mal so hoch sein wie 2020. Das alles würde aber auch die Wirtschaft durch die Schaffung neuer Arbeitsplätze stärken.

Der Energiesektor ist aktuell der wesentlichste Treiber der Klimakrise. Drei Viertel der globalen Treibhausgas-Emissionen werden durch ihn verursacht.

 

#5 Besser geht doch

Schon länger wurde vermutet, dass eine Corona-Impfung auch gegen Long Covid helfen kann. Eine erste Studie bekräftigt diese Vermutung. 812 Personen, die an Long Covid leiden, wurden dazu eine Woche nach ihrer Impfung zu ihren Symptomen befragt. 56% gaben an, dass sich diese seitdem klar gebessert hatten. Bei 25% haben sich die Symptome nicht geändert, etwa 19% ging es schlechter. Am ehesten haben sich die Symptome von jenen gebessert, die einen mRNA-Impfstoff bekamen.

Warum manche Menschen an Long Covid erkranken, ist noch nicht ganz geklärt. ÄrztInnen gehen von einer Kombination verschiedener Faktoren aus. Unter anderem könnten bei einigen Menschen Teile des Virus nach überstandener Infektion noch im Körper übrigbleiben. Das würde wiederum erklären, warum die Impfung dagegen hilft: Das Immunsystem bekommt dadurch die notwendige Unterstützung, um diese Rückstände zu beseitigen. Gesichert ist das, wie viele Aspekte von Long Covid, jedoch noch nicht. Was wir aktuell über Long Covid wissen und welche Symptome eigentlich darunter fallen, haben wir hier für dich ausführlich zusammengefasst.

 

Einen schönen Mittwoch!

Sebastian

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