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Klimakrise
Fortschritt

Achtung Kettenreaktion

Achtung Kettenreaktion
Guten Morgen!

Lieferkettengesetz, CO2-Grenzabgabe - macht die EU jetzt ernst? Mal schauen. Hier kommt dein Morgenmoment, heute von Daniela Riess.

#1 Möchtest du das teilen?

Ein Drittel der weltweit produzierten Nahrungsmittel wird weggeworfen. Jeden Tag landen auch in Österreich genießbare Lebensmittel aus Privathaushalten, Gastronomie und Supermärkten im Abfall. Magda will das nicht unterstützen: Sie rettet Lebensmittel aus den Mülleimern großer Supermarktketten. Obwohl sie damit der Wegwerfwirtschaft die Stirn bietet, ist das „Mülltauchen“ gesetzlich nicht erlaubt. Für unsere Serie „Was ich wirklich denke“ erzählt Magda, woran sie sich im Müllraum immer hält. Und wieso sie es sich nicht mehr vorstellen kann, im Supermarkt einzukaufen.

#2 Hast du das gesehen?

Wir lieben Plastik. Noch mehr als Plastik lieben wir nur, Plastik wegzuschmeißen! Bei uns landen pro Kopf jedes Jahr 42 Kilo Plastik im Müll. Das sind eine Million Tonnen pro Jahr, damit liegen wir weit über dem EU-Schnitt. Von dieser Million Tonnen – eine Milliarde Kilogramm! – wird nur ein Drittel recycelt. Barbara Blaha sagt „Moment mal!“.

 

#3 Zahl des Tages

 
Lieferkette

Unternehmen handeln, verfrachten, verschiffen, fliegen ein und aus. Was da in der Lieferkette an Menschenrechtsverletzungen und Umweltschäden passiert, interessiert zu wenige so wirklich. Jetzt bringt das EU-Parlament den Stein für ein Lieferkettengesetz ins Rollen. Das soll Unternehmen gesetzlich dazu verpflichten, dass sie auch in ihren globalen Lieferketten Menschenrechte und Umweltstandards einhalten. Drei Viertel der EU-Abgeordneten haben für einen Initiativbericht zu einem Lieferkettengesetz gestimmt. Worauf also warten? Naja, auf die Zustimmung aller EU-Mitgliedsstaaten.

In diesem Video erklärt Barbara Blaha, welche positiven Veränderungen ein Lieferkettengesetz bringt. Und hier kannst du nachlesen, warum Konzerne das echt nicht mögen.

#4 HerStory

 
Stemberger

Frauen machen Geschichte. Auch wenn uns das gerne abgesprochen wird. Darum feiert das Moment Magazin im März jeden Tag eine andere große Österreicherin: Heute bitten wir Katharina Stemberger vor den Vorhang. 

Katharina Stemberger steht seit den 90er Jahren auf Bühnen und vor Filmkameras, zu sehen unter anderem in Unterhaltungsformaten wie „Der Winzerkönig“. Im Theater tritt sie gern seriöser auf, etwa als „Heilige Johanna“ oder Yvette in „Mutter Courage“. Heute ist sie Professorin und Lehrende an der MUK, der Musik- und Kunstuniversität Wien. 

Gemeinsam mit ihrem Ehemann Fabian Eder hat sie Filme mit gesellschaftspolitischem Wert gedreht, darunter „Lampedusa – keine Insel“. Hier geht es um Flucht und Migration. Themen, die Stemberger stark beschäftigen. Sie setzt sich auch für geflüchtete Menschen ein und ist Mit-Initiatorin der Initiative „Courage – Mut zur Menschlichkeit“. Das Ziel der Initiative: Menschen aus Flüchtlingslagern holen und in die österreichische Gesellschaft integrieren. Außerdem ist Stemberger UNESCO-Botschafterin und Vorstandsvorsitzende des Wiener Integrationshauses.

#5 Besser geht doch

 
CO2-Grenzabgabe

Wer Waren aus Ländern mit niedrigen Umweltschutzstandards in die EU einführen will, soll künftig Aufschläge zahlen: Dafür haben sich die EU-Kommission und die Abgeordneten des EU-Parlaments ausgesprochen. Die Maßnahme ist Teil des europäischen Klimaschutzprogramms „Green Deal“ und soll unter anderem die Abwanderung heimischer Unternehmen in billige Produktionsländer verhindern. Bei VertreterInnen der Industrie trifft der Vorschlag natürlich auf Widerstand. Damit der sogenannte „CO2-Grenzausgleichsmechanismus“ tatsächlich umgesetzt wird, braucht es – wie beim Lieferkettengesetz – die Zustimmung aller EU-Mitgliedstaaten. Werden Österreichs VertreterInnen die Hände hochkriegen? Wir sind gespannt.

#6 Bonustrack 

Bevor ich dich in den Freitag entlasse, gibt’s noch einen persönlichen Doku-Tipp: „Female Pleasure“. Fünf Frauen aus verschiedenen Kulturen erzählen darüber, wie es ist, in dieser Welt eine Frau zu sein. Die ehemalige Nonne Doris flieht aus Rom, nachdem sie mehrmals von einem Geistlichen vergewaltigt wird. Leyla kämpft gegen die Genitalverstümmelung von Frauen und Mädchen. Eine Praxis, die in vielen Ländern verboten, aber trotzdem an der Tagesordnung ist. Rokudenashiko muss wegen „Obszönität“ vor Gericht, weil sie Plastiken ihrer Vulva anfertigt. Deborah gibt Einblick in ihre Zwangsehe und Vithika will nicht mehr zusehen, wie alle wegsehen, wenn Mädchen und Frauen missbraucht werden. Hartes Thema. Aber: Die Geschichten und der Mut der fünf Frauen machen Hoffnung. Hier geht’s zur Doku, sie ist noch bis Sonntag in der ORFTVthek zu sehen.

Ich wünsche dir einen schönen Freitag und ein noch schöneres Wochenende!

Daniela 

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