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Redaktion

/ 17. April 2020

Die Corona-Jobkrise trifft Jüngere besonders stark, hat das WIFO herausgefunden. Wer das Pech hat, in einer Rezession (Was ist das?) arbeitslos zu werden, oder genau hier nach einem Schulabschluss einen Job zu suchen, erleidet langfristig dramatische Einbußen. Eine Rechnung des Momentum Instituts zeigt: Der Einkommensverlust für eine junge Berufseinsteigerin beläuft sich auch nach fünf Jahren noch auf fast 300 Euro pro Monat. In der Summe für diesen Zeitraum sind das rund 20.000 Euro.

Ein Jobverlust geht immer mit einem starken Einkommensverlust einher. Es macht aber einen Unterschied, ob man den Job in einer Rezession verliert oder während eines Aufschwungs. Wer in einer Krise gefeuert wird, läuft Gefahr, über Jahre hinweg auf einem niedrigeren Einkommensniveau zu bleiben und hat eine höhere Wahrscheinlichkeit erneut arbeitslos zu werden (in der Fachliteratur nennt man das "scarring effect").

Insgesamt ist das Phänomen in vielen Ländern gut belegt, wie eine Übersicht der Europäischen Kommission zeigt. Der Effekt zeigt sich dabei nicht nur in sehr wirtschaftsliberalen Ländern wie den USA (siehe Grafik, hier hat eine Studie noch 20 Jahre später Auswirkungen festgestellt) oder dem UK, in denen das Einkommen stark von Beschäftigung abhängt.

Man findet ihn auch in der skandinavischen Rezession der 1990er-Jahren in starken Sozialstaaten wie Schweden und Finnland.

Die Daten zu Schweden zeigen dabei, dass gerade junge Menschen besonders starke Nachteile erleiden. Genau beim Einstieg in den Arbeitsmarkt fehlen die Jobs – und das auch bei guter Ausbildung.

Wer gleich zu Beginn seines Arbeitslebens arbeitslos wird, kann das verlorene Einkommen kaum aufholen. Die Jungen haben zusätzlich meist wenig Ersparnisse und kaum Vermögen. Gleichzeitig steigen die Lebenserhaltungskosten vor allem für Wohnen.

Außerdem sind Jüngere oft in der besonders von der Krise betroffenen Gastronomie und Kunst- und Veranstaltungsszene beschäftigt oder als freie DienstnehmerInnen und Freelancer in der "Gig Economy" tätig. Die Folgen sind zudem auch sozialer Natur. Persönliche Entscheidungen wie Kinder werden aufgeschoben. Für viele der einzige Ausweg: ihre Eltern. 

Zu Österreich fehlt bisher eine entsprechende Studie. Auf Basis der schwedischen Studie würde eine nach Schulabschluss arbeitslose Maturantin bei einem typischen österreichischen Einstiegsgehalt von 1.600 Euro Jahre später immer noch 280 Euro weniger verdienen als der Durchschnitt. Rechnet man all diese Verluste über die Jahre zusammen, fehlen so einem Menschen nach fünf Jahren bereits 20.000 Euro.  

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