Morgenmoment
/ 17. Februar 2022

Guten Morgen!

Wahrscheinlich bekommst du in deinem Job weniger, als du verdienen könntest und solltest. Aber oft weißt du das gar nicht. Was dagegen helfen könnte, liest du im heutigen Morgenmoment. Geschrieben von Lukas Bayer.

#1 Möchtest du das teilen?

Seit Monaten besetzen Klimaschützer:innen in Wien Baustellen, um den Bau des Lobau-Tunnels und der Stadtautobahn zu stoppen. Ende letzten Jahres wurde ein Brandanschlag auf sie verübt. Aktivistin Mini (Name geändert) hat alles direkt miterlebt und erzählt, was sie über die Ereignisse wirklich denkt.

#2 Besser geht doch

Weltweit leben 38 Millionen Menschen mit HIV. Dank Medikamenten können sie zwar ein ganz normales Leben führen, allerdings ist der Zugang zu diesen Therapien nicht überall gegeben. Deswegen ist es wichtig, dass an einer Heilung geforscht wird.

Die erst dritte nachweislich von HIV geheilten Person ist eine Krebspatientin in den USA. Mediziner:innen gehen davon aus, dass HIV bei Frauen und Männern unterschiedlich fortschreitet. Obwohl etwa die Hälfte der Betroffenen Frauen sind, machen sie in Studien nur etwa 11 Prozent der Proband:innen aus. Statt wie bisher durch aufwändige Stammzellen-Transplantationen aus Knochenmark wurden nun Stammzellen aus Nabelschnurblut verabreicht. Dieses ist leichter verfügbar und kann breiter eingesetzt werden.

#3 Drei Argumente

Die Frage ist unangenehm, aber wichtig: Wie viel verdienst du? In Österreich müssen sich Kolleg:innen meist direkt fragen, wenn sie wissen wollen, wie viel Gehalt die anderen bekommen. Dabei gibt es gute Gründe, die Löhne sogar übers Unternehmen hinaus transparent zu machen.

#4 Der Reihe nach

Wer arm ist, stirbt früher. Das stimmt auch für Corona, wie eine neue Studie aus Großbritannien belegt. Allein 2020 gingen 763.550 Lebensjahre "verloren" - so misst die Medizin, wie gefährlich eine Krankheit ist. Die Studie zeigt allerdings auch: In ärmeren Gebieten gingen mehr als eineinhalb mal so viele Lebensjahre verloren wie in den reichsten. 15- bis 44-jährige Menschen starben sogar elfmal häufiger, wenn sie aus armen Gegenden stammten. 

Die Expert:innen führen dies vor allem auf Herz-Kreislauferkrankungen und Diabetes zurück, teilweise auch auf unentdeckte Corona-Erkrankungen. Diese indirekten Verluste machen 15 Prozent der Todesfälle aus, was mehr als 100.000 verlorenen Lebensjahren entspricht. In den meisten Fällen waren daran Versorgungsengpässe und vernachlässigte Arztbesuche schuld. Letzteres könnte auch an der Angst vor überfüllten Krankenhäusern liegen.

Großbritanniens Gesundheitssystem ist eines der besten weltweit. In einem Projekt mehrerer Gesundheitsfonds und Medien wie dem Guardian wird es auf Platz 4 gelistet. Österreich liegt im Ranking auf Platz 9.

Die durchschnittliche Lebenserwartung geht auch ohne Corona-Pandemie je nach Geldbörse wieder weiter auseinander. 2019 lag sie in Deutschland laut Robert-Koch-Institut bei Geringverdienenden um vier bis acht Jahre niedriger als in der höchsten Einkommensklasse.

Die Studienautor:innen aus Großbritannien empfehlen deshalb, Faktoren wie Einkommen, Bildungszugang oder Wohnungssituation im Gesundheitssystem besser mitzudenken.

#5 Black History Month

Die Medizin hat ein Problem: Sie hat größtenteils einen Weißen Mann als Vorbild. Über die Gesundheit von Schwarzen Menschen wissen wir relativ wenig, vor allem in Bezug auf Österreich. Viele Ärzt:innen schicken Patient:innen von einer Praxis zur nächsten, weil sie eine einfache Hautkrankheit nicht erkennen können. Wie auch? Die Bücher im Studium hatten alle Weiße Personen als Beispiel. Warum sich das ändern muss, erklärt dir Emmeraude Banda vom Black Voices Volksbegehren.

Ich wünsche dir einen guten Start in den Tag!

Lukas

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