Morgenmoment
/ 16. März 2022

Guten Morgen!

Wenn man etwas macht, sollte man es gründlich machen. Das gilt für Fußballclubs genauso wie für Bezirksverwaltungen. Einige Beispiele, die auf einem guten und grüneren Weg sind, haben wir aber für den heutigen Morgenmoment gefunden. Der kommt diesmal von Lukas Bayer.

#1 Möchtest du das teilen?

Während die Arbeitslosigkeit nach den negativen Rekorden der Coronakrise wieder am Weg nach unten ist, bleibt insbesondere die Langzeitarbeitslosigkeit in Österreich hoch. Wenige Bezirke bauen sie so schnell ab, wie Wiener Neustadt. Trotz schwieriger Ausgangslage ist sie hier sogar niedriger als vor Corona. Woran liegt das?

#2 Hast du das gesehen?

Wladimir Putin rechtfertigt seinen Angriffskrieg gegen die Ukraine. Er spricht wiederholt von einer „Entnazifizierung“ als Grund dafür. Diese Behauptung ist auf mehreren Ebenen absurd. Warum? Das hat Politologin Natascha Strobl für uns analysiert.

#3 Spin des Tages

Die weiten Anreisen von Fans und Teams mit Flugzeugen und Autos, Ölkonzerne als Sponsoren, Müll in den Stadien, ein großer Bedarf an nicht immer erneuerbar hergestellter Energie und der Luxus-Lifestyle der Spitzenfußballer:innen. Diese und andere Faktoren führen dazu, dass vor allem der kommerzielle Fußball heute auch ein Umwelt- und Klimaproblem ist.

Am Sonntag versuchte in Spanien der Klub Real Betis Sevilla zumindest einen Schritt in die richtige Richtung. Beim Ligaspiel gegen Bilbao rief man eine Initiative aus. Mit ermäßigten E-Verkehrsmitteln, Trikots aus wiederverwertbaren Materialien und einem verbesserten Müllsystem soll der Weg zu einem klimaneutralen Betrieb bis 2040 eingeschlagen werden.

Das Event wurde als "nachhaltiges Fußballspiel" vermarktet und in vielen Medien auch so verkauft. Aber "nachhaltig" war es natürlich noch bei weitem nicht. Große Teile des Problems wurden noch nicht beachtet. Und Teil der Klimaneutralität sollen durch ausgleichende Aufforstungsprojekte erreicht werden. Die Wirksamkeit solcher Ausgleichszahlungen ist umstritten und fällt oft unter den Bereich "Greenwashing". Ob der Fußball und Real Betis am Ende mehr als nur leere PR schafft, wird sich also erst in der Zukunft zeigen.

#4 HerStory

Wir machen den ganzen März zum Herstory-Monat und erzählen dir jeden Tag von wichtigen und bekannten Frauen aus Politik und Zeitgeschichte. Heute stellen wir dir die Sängerin Jazz Gitti vor.

"Was der Oasch kann, kann ich auch", dachte sich Jazz Gitti über einen Musiker, der ihr vom Song Contest erzählte. Am Ende wurde sie bei der Vorausscheidung 1984 Dritte - aber von hinten. Ihren Spaß hatte sie trotzdem.

Jazz Gitti (geboren Martha Margit Butbul) ist eine bekannte Wiener Gastronomin der 1970er, war Schauspielerin bei Drahdiwaberl in den 1980ern und seit den 1990ern eine der bekanntesten Schlager- und Jazz-Sängerinnen des Landes. 1990 war sie die meistverkaufte Künstlerin in Österreich. Georg Danzer hat ihr zwei Lieder geschrieben und Cliff Richard den World Music Award überreicht. Auch bei Dancing Stars war Jazz Gitti anzutreffen.

Bei politischen Anlässen ist die 75-Jährige ebenso eine wichtige Stimme. Sei es bei der Besetzung der Hainburger Au oder bei einem Sitzstreik gegen die OMV. Zudem hilft sie bei der Aktion "SOS Balkanroute" mit und engagiert sich für Geflüchtete.

#5 Besser geht doch

Wien bekommt einen "Gemeindebau für Alleinerziehende". Seit Montag werden in einem neuen Bauprojekt etwa 60 Wohnungen in Meidling vergeben, die auf die Bedürfnisse von Alleinerziehenden ausgerichtet sein sollen. Im Spätsommer werden die ersten Mieter:innen einziehen.

Wie sehen die Wohnungen für Alleinerziehende aus? Sie sind 46 bis 55 Quadratmeter groß. Neben dem Wohnraum verfügen sie über ein großes Spiel- und Schlafzimmer. In jedem Geschoss gibt es einen Abstellplatz für Kinderwägen. Außerdem wird es einen Spielplatz, einen Kindergarten und genügend Fahrrad-Abstellplätze geben. Jede Wohnung hat auch einen Balkon oder eine Loggia.

Warum braucht es solche Wohnprojekte? Die meisten Wohnungen sind auf Single-Haushalte oder eine Familie mit 3-4 Personen ausgelegt. Für Alleinerziehende ist das entweder zu klein oder zu teuer. Neben bezahlbaren Wohnraum wird auch die nachbarschaftliche Unterstützung gefördert und es werden Betreuungsmöglichkeiten und Zugänge zu Grünflächen geschaffen. Mehr über die Wohnbedürfnisse von Alleinerziehenden haben wir hier schon einmal berichtet.

Ich wünsche dir einen angenehmen Mittwoch!

Lukas

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