/ Pride Month

Wer ist Nadeschda Tolokonnikowa? Russische Polit-Aktivistin und Mitglied von Pussy Riot

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/ 17. Juni 2021

Juni ist der Pride Month. Wir feiern deshalb jeden Tag eine andere Berühmtheit, die sich für Sichtbarkeit und Rechte von LGBTIQ-Personen einsetzt. Heute: Nadeschda Andrejewna Tolokonnikowa. Weitere wichtige Personen der Community findest du hier.

Die 1989 in Sibirien geborene Russin ist vor allem als Mitglied der feministischen Punkband und Performancegruppe Pussy Riot bekannt. DIe Mutter einer Tochter kämpft für die Demokratisierung Russlands, für Feminismus und die Rechte von LGBTIQ-Personen.

Zwei Jahre Haft für Tolokonnikowa nach "Punk-Gebet"

Tolokonnikowa und die Aktivistinnen Marija Aljochina und Jekaterina Samuzewitsch erlangten im Februar 2012 durch ihr "Punk-Gebet" in der Moskauer Christ-Erlöser-Kathedrale weltweite Aufmerksamkeit. Im darauf folgenden Prozess wurden sie wegen „Rowdytums aus religiösem Hass“ zu zwei Jahren Haft verurteilt. Ihre Begnadigung und Freilassung im Dezember 2013 und im Vorfeld der Olympischen Spiele in Sotschi durch Präsidient Wladimir Putin nannte Tolokonnikowa einen "PR-Trick".

Tolokonnikowa setzte in der Folge mit Pussy Riot ihre regierungskritischen öffentlichen Aktionen fort. Zuletzt sorgte die Gruppe für Aufsehen, als sie am 7. Oktober vergangenen Jahres an zahlreichen Regierungsgebäuden die Regenbogenfahne hiessten: Vom Obersten Gericht bis zur Lubljanka, dem Sitz des Inlandsgeheimdienstes. Mit der Flaggenaktion habe man Putin zu dessen Geburtstag ein Geschenk machen wollen, das für Freiheit und Liebe stehe, so Tolokonnikowa.

Vor dem Kampf für LGBTQ-Rechte kommt Angst ums eigene Leben

Im Interview mit der deutschen Vogue sagte sie im Februar dieses Jahres: "Ich bin jetzt 31, und es ist wirklich ermüdend, dass es mein ganzes Leben lang hieß. 'Es ist jetzt nicht die Zeit', nicht die Zeit, um über LGBTQ+-Themen oder Feminismus oder so viele andere Dinge zu diskutieren."

Im Kampf gegen das Putin-Regime steht Tolokonnikowa an der Seite Alexej Nawalnys - dem bekanntesten und einflussreichsten Oppositionellen Russlands. Im vergangenen Jahr wurde er Opfer eines Giftanschlags, von dem er sich in Deutschland erholte. Seit seiner Rückkehr nach Russland sitzt Nawalny in Haft. Tolokonniwa unterstützt Nawalny. Sie sagt aber auch: "Persönlich ist mein Endziel ein Ort und eine Zeit, wo ich mit Nawalny streiten und Nawalny auch hassen kann – denn wir haben unterschiedliche politische Ansichten zu bestimmten Dingen."

Derzeit gelte für sie und viele andere Oppositionelle in Russland: "Wir müssen einfach sicher sein, dass wir nicht von diesem bösen Mann ermordet werden", sagte Tolokonnikowa. Die einzige Möglichkeit, Putin loszuwerden sei "auf die Straße zu gehen und sich zu weigern zu gehen, bis er weg ist".

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