Morgenmoment Coverbild

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/ 8. September 2020

Guten Morgen,

heute haben wir die reine Wahrheit über ein Experiment für dich und lesen eine Boulevard-Zeitung, damit du es nicht tun musst. Dein Morgenmoment kommt von Tom Schaffer.

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#1 Möchtest du das teilen?

Keinen Job zu haben, geht nicht nur mit Geldsorgen einher, sondern stellt Grundsätzliches in Frage. Arbeit bedeutet eben auch Identität und gesellschaftliche Einbindung. In der Zweiten Republik war die Arbeitslosigkeit noch nie so hoch wie heute. Der Staat muss sein "koste es, was es wolle" endlich ernst nehmen und eingreifen. Barbara Blaha kommentiert, warum es eine Offensive für öffentliche Beschäftigung geben sollte.

#2 Gegengelesen

Artikel, die ÖVP-Ministerien betreffen, sind in der Zeitung "ÖSTERREICH" zuletzt ausnehmend freundlich (unterdessen fordert OE24-Chefredakteur Niki Fellner am Montag einen ÖVP-Staatssekretär als "Aufpasser" für den Grünen Gesundheitsminister Rudolf Anschober). Gestern hat das Papier seinen BetrachterInnen etwa einen "Geldregen für Familien" versprochen. Kaum ein Wort im Text kann man ohne Erwiderung oder Einordnung stehen lassen. Von "Koste es, was es wolle" über den Arbeitslosenbonus (den viele nicht bekommen) bis zu "Es gibt eine Art Corona-Tausender" (nein, gibt es nicht) wurde ein schönes Angebot an möglichen Spins unwidersprochen übernommen. Dafür verrät die Fellner-Zeitung einen offenbar kinderleichten Weg, um stinkreich zu werden. Ein klarer Fall für unsere Rubrik "Gegengelesen".

#3 Lesetipp

Zwei Wochen vor Schulbeginn startete in Österreich die "Sommerschule". Kinder, die während des Corona-Unterrichts zuhause den Anschluss verloren hatten, sollten unterstützt von Lehramts-Studierenden und LehrerInnen mit Deutsch-Förderunterricht "aufwärmen". Die Skepsis, dass das zum Ausgleich der Probleme genügt, war und ist groß. Jedenfalls sollten die Kinder aber eine positive Lernerfahrung mitnehmen. Ein Lehrer einer Neuen Mittelschule erzählt in den "Schulgschichtn" aus der ersten Woche des Experiments.

#4 Zitat der Woche

Hazel Brugger ist eine bekannte Kabarettistin und natürlich auch bei Interviews in Medien eine gefragte Person. Dort erlebt sie aber etwas, das prominenten Frauen immer wieder passiert. Es werden Fragen gestellt, die sich vor allem auf ihr offenbar sensationelles Geschlecht beziehen. "Der Hauptgrund, warum ich mehr Frauen auf Comedybühnen sehen will, ist mittlerweile, damit ich in Interviews auch mal über was anderes reden darf als darüber, warum es so wenig Frauen auf Comedybühnen gibt", sagt sie.

#5 Hast du das gesehen?

Paris steht offenbar inmitten einer Verkehrsrevolution. In anderen Städten wuchs der Radverkehr im vergangenen Jahr, auch wegen der Pandemie. Aber die 67% mehr Fahrradverkehr als noch im August 2019, wie in der französischen Hauptstadt, die toppt wohl keine. An aktuellen Videos lässt sich erahnen was das heißt. Mit ein Grund für den Erfolg: die 50 Kilometer an neuen Popup-Radwegen, die in der Corona-Zeit errichtet wurden und nun in bleibende Infrastruktur umgewandelt werden sollen. Die Pariser Bürgermeisterin und Sozialistin Anne Hidalgo steht voll hinter dieser Verkehrswende. Das ist ein bemerkenswerter Kontrast zur Haderei mit jedem Meter Popup-Radweg, die aus der Wiener Schwesterpartei bisher zu vernehmen waren. Das Gute: die rasche Veränderung in Paris zeigt, dass sich in wenigen Monaten sehr viel ändern kann.

Ich mach mich jetzt auf, um mit dem Rad in die Arbeit zu fahren. Nur 26 Ampeln und keine Fahrradstraße warten dabei auf mich.

Wünsch mir Glück.

Tom

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