print print
favorites-circle favorites-circle
favorites-circle-full favorites-circle-full
Ungleichheit

US-Recht sagt: Auf KI-Bildern ist Kindesmissbrauch legal

Bitte akzeptiere unsere Cookies um den Inhalt zu sehen.
KI generierte Missbrauchsdarstellungen von Kindern sind in den USA legal - solange es kein echtes Kind abbildet. Yasmin Maatouk kommentiert.

"Warum zur Hölle ist das legal?", fragt ihr euch?

Missbrauchsdarstellungen von Kindern werden in den USA laut Gericht vom First Amendment geschützt. Im ersten Zusatzartikel der Verfassung geht es vor allem um die Meinungsfreiheit. Auf den sind die US-Amerikaner:innen besonders stolz.

Was ist passiert? Ein pädokrimineller Mann erzeugte mittels KI tausende sexualisierte KI-Bilder und Videos von Kindern. Der Mann steht vor Gericht: Er habe die Inhalte erstellt, verbreitet und weitergeleitet. Eine der Anklagen wurde jedoch fallengelassen. Der private Besitz der Inhalte ist verfassungsrechtlich geschützt. Das bestätigt nun auch ein US-Berufungsgericht.

Begründung des Gerichts: Bei realen Missbrauchsdarstellungen gibt es ein reales Opfer. Auch wenn das Bild eines echten Kindes mit KI bearbeitet wird, gibt es ein reales Opfer. Bei vollständig KI-generierten Inhalten gibt es dieses konkrete Opfer nicht. Demnach darf man die Darstellungen besitzen.

Gesetzgebung ist zu langsam

Der Fall trifft auf eine alte Entscheidung des Supreme Court. Die stammt aus dem Jahr 2002 und besagt vereinfacht: Darstellungen von sexualisiertem Kindesmissbrauch, auf denen kein echtes Kind abgebildet ist, sind nicht automatisch verboten. Technik aus dem Jahr 2026 und ein Gesetz aus dem Jahr 2002 treffen aufeinander.

Das Recht hinkt wie so oft hinterher. Das sieht auch das involvierte Gericht so. Allerdings kann das Gericht die Entscheidungen des Supreme Court nicht ändern. Das muss dieser selbst tun. Und bis dahin wird das Problem immer und immer größer: Man muss sich nur die Meldungen von KI-Missbrauchdastellungen anschauen. 2023 lag die Anzahl der Meldungen noch bei rund 4.700. 2025 waren es mehr als 400.000. Das sind Meldungen, nicht automatisch bestätigte Missbrauchsdarstellungen. 

Auf Bilder folgen Taten

Auch wenn Missbrauchsinhalte vollständig künstlich generiert wurden und es kein konkretes reales Opfer gibt, gefährden diese Inhalte Kinder. Der Konsum kann sexualisierte Gewalt fördern. Eine aktuelle Studie zeigt: 39,7 Prozent der Menschen, die solche Darstellungen konsumierten, suchten daraufhin den direkten Online-Kontakt zu Kindern. 

Man darf auch nicht vergessen, die KI kann nichts neu erfinden. Um vollständig KI-generierte Missbrauchsinhalte erstellen zu lassen, muss die KI vorher mit tausenden echten Inhalten trainiert worden sein. Sogesehen gibt es sehr wohl etliche echte konkrete Opfer. Dazu laufen derzeit aktuell Ermittlungen gegen Musks Grok AI

Meinungsfreiheit hat Grenzen

Der erste Verfassungszusatz in den USA ist sehr weit bei seiner Ausledung der Meinungsfreiheit. Er schützt rassistische Äußerungen, Fake News, Hetze und Gewalt - auch an Kindern - weitgehend vor staatlichen Eingriffen. Wie gefährlich das sein kann, wird in diesem Fall besonders deutlich. Es ist ein gutes Beispiel dafür, warum “Meinungsfreiheit” zwar sehr wichtig ist, aber eben nicht alles einschließen sollte und wir den Begriff differenziert betrachten müssen.

Video

    Neuen Kommentar hinzufügen

    Kommentare 0 Kommentare
    Kommentar hinzufügen

    Neuen Kommentar hinzufügen

    Es gibt noch keine Kommentare zu diesem Beitrag!