Sophie Karmasin

Sophie Karmasin vor einem Ministerrat 2017

Foto: APA/Robert Jaeger

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/ 7. Oktober 2021

Sophie Karmasin ist eine Politikerin und Meinungsforscherin aus Österreich. Sie ist Beschuldigte in den Ermittlungen rund um die Korruptionsaffäre von Sebastian Kurz und der ÖVP.

Die 1967 geborene Wienerin hat Psychologie und BWL studiert und arbeitete danach für Werbeagenturen. Schließlich stieg sie in die Meinungsforschung ein.

Marktforschung als Familiengeschäft

Schon ihre Eltern waren in der Marktforschung als Pionier:innen tätig. Ihr Vater, Friedrich (genannt: Fritz) Karmasin, war Gründer des österreichischen Gallup-Institutes, das auch seinen Namen trug. Ihre Mutter leitete mit ihr die Karmasin Motivforschung GmbH. Karmasins Großvater, Franz Karmasin, war deutscher "Volksgruppenführer" in der Slowakei im Nationalsozialistischen Regime zwischen 1938 und 1945.

Sophie Karmasin war unter anderem Geschäftsführerin der Karmasin Motivforschung Gmbh (das sie wiederum 2011 an ihre Kinder weitergab) und bis zum Einstieg in die Politik auch des österreichischen Gallup Instituts. Laut Standard arbeitete das Institut immer eng mit "Fellner-Medien" zusammen. (Wer ist Wolfgang Fellner?)

Plötzlich Familienministerin für die ÖVP

Karmasin wurde 2013 als komplette politische Quereinsteigerin die Familienministerin in Österreich. Sie wurde dafür von der ÖVP nominiert, formell war sie aber kein Mitglied der Partei.

Umstritten war ihre Nominierung auch, weil sie vor der Wahl 2013 war sie noch als unabhängige Expertin im ORF aufgetreten war und die TV-Debatten zwischen den Kandidat:innen kommentiert hatte. Nach der durch die ÖVP-Übernahme von Sebastian Kurz ausgelöste Nationalratswahl 2017 trat Karmasin aus der Politik zurück.

Korruptionsaffäre rund um Sebastian Kurz

Es wurde still um ihre Person. In der Korruptionsaffäre rund um Sebastian Kurz und die Tageszeitung Österreich wegen angeblich manipulierter Berichterstattung und Umfragen tauchte ihr Name dann wieder auf. 

Ihr wird von den Ermittler:innen Untreue als Beteiligte und Bestechung als Beteiligte vorgeworfen. Sie soll ab 2016 gemeinsam mit einer zweiten Motivforscherin die in der Causa vom Kurz-Netzwerk gewünschten Umfragen organisiert haben. Diese waren laut der Ermittlung der Korruptionsstaatsanwaltschaft "ausschließlich parteipolitisch motiviert und für das (partei)politische Fortkommen von Sebastian Kurz und der Gruppe seiner engsten Vertrauten um ihn sowie der ÖVP-Bundespartei relevant". In den Chatprotokollen des Kurz-Netzwerks wird Karmasin als von Kurz' Vorgänger Reinhold Mitterlehner enttäuscht beschrieben.

Es gilt was die Vorwürfe anbelangt die Unschuldsvermutung.

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