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Klimakrise

Was ist schönes Wetter? Das nicht

Was ist schönes Wetter? Das nicht
Die Hitze hat Europa im Griff (Foto: Bráulio jardim/Pexels)
Die erste Hitzewelle ist in Österreich 2026 war brutal aber ist überstanden - die zweite klopft gerade etwas vorsichtiger an. Begleitet wird das stets von Medienberichten, die Natascha Strobl zum Glühen bringen.

Jedes Jahr wieder erblöden sich Medienunternehmen, Temperaturen oberhalb der Körpertemperatur als "schönes Wetter" zu bezeichnen. Das verdeckt die wirklichen Debatten, die anhand des Katastrophenwetters geführt werden müssten.

Schönes Wetter ist der erste laue Abend im Frühjahr, wenn man gemütlich mit Freund:innen draußen sitzen kann und die Kinder auf der Wiese Fußball spielen. Schönes Wetter ist es nicht, wenn Kinder nicht mehr Fußballspielen können, weil sie nach 10 oder 20 Minuten einen Sonnenstich bekommen. 

Schönes Wetter ist es, wenn die Vöglein singen, das Bächlein rauscht und man gemütlich eine Wanderung machen kann. Schönes Wetter ist es nicht, wenn Ausflüge und Events abgesagt werden müssen, weil ein zu langer Aufenthalt draußen gesundheitsgefährdend ist. 

Schönes Wetter ist es, wenn man die Fenster öffnet und angenehme Luft hinein strömt. Schönes Wetter ist es nicht, wenn Leute aufgerufen werden, ihre Wohnung abzudunkeln oder gar zu verlassen aber auch zu bestimmten Uhrzeiten nicht nach draußen zu gehen. 

Diese Gegenüberstellung können wir nun ewig so weiter machen. Klar ist: Temperaturen über Körpertemperatur sind nicht “schönes Wetter”. 

Jedes Jahr sterben zehntausende Menschen an Hitze. Im Jahr 2024 waren es 62000. Hitze ist einer der Hauptfaktoren für vermeidbare Todesfälle. Es betrifft Kinder, kranke Menschen, ältere Menschen, aber auch Menschen, die draußen arbeiten oder auch jene, die unabgekühlt ins Wasser springen und an einem Badeunfall sterben. 

Schönes Wetter wäre woll, Hitze ist eine Katastrophe

Hitze tötet. Medial wird sie aber nach wie als schöner Sommertag illustriert. Dabei gehört sie etwa mit Hochwasser gleichgesetzt. Niemand käme auf die Idee, Hochwasser als nette Abkühlung zu interpretieren. 

Würde man Hitze als die Katastrophe begreifen, die sie ist, ergeben sich ganz andere Diskussionen. Politisch müsste man natürlich über die Klimakrise in all ihren Facetten reden, die alle Extremwetter-Ereignisse häufiger und drastischer macht. Man müsste nach verbindlichen Zielen, nach Verursachern und vor allem nach den sozialen Auswirkungen der Klimakrise fragen.

Denn auch, wenn alle betroffen sind, sind nicht alle gleich betroffen. Das zeigte sich an Hitzetagen von 39 Grad auch jüngst ganz deutlich. Menschen, die enger und schlechter und in Betonwüsten und an Verkehrsknotenpunkten wohnen, haben viel weniger Möglichkeiten sich zu schützen, als Menschen mit Außenrollos und Klimaanlagen, die im Wald wohnen. 

Keine Klimaanlage für die Vielen

Jedes Fitnessstudio und jeder Flughafen sind klimatisiert, aber Klimaanlagen in Schulen, Kindergärten, Krankenhäusern, Pflegeheimen, Altersresidenzen, Obdachlosenunterkünften und allen Sozialeinrichtungen werden wie ein dekadenter Luxus behandelt. Dieses Jahr hatten die Kinder bis in die erste Juliwoche in unklimastisierten Räumen Unterricht. Reihenweise wurden Kinder mit Kreislaufproblemen nach Hause geschickt. 

Lernen ist so natürlich nicht wirklich möglich. Längst bräuchte es Infrastrukturmaßnahmen, die PV-Anlage und Klimaanlage gleichzeitig installieren, vor allem dort wo sich viele und vulnerable Menschen aufhalten. Bei der Gelegenheit ließe sich auch die Luftqualität verbessern, was sich, in Anbetracht von Viren und Bakterien, ebenfalls positiv auf die Gesundheit auswirken würde. 

In jedem Fall muss jetzt viel Geld für Prävention, aber auch Abmilderung der Folgen in die Hand genommen werden. Hitzetote oder auch Gesundheitseinschränkungen sind kein Naturereignis, das hingenommen wird. In welcher Gesellschaft leben wir, das Fussballstadien immer öfter auf lauschige 22 Grad hinuntergekühlt werden, während Kinder bei 30 Grad lernen sollen?

Meinung

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