Morgenmoment
/ 4. August 2021

Guten Morgen!

Dass die Grenze zwischen Politik und Satire schmal ist, durften wir alle schon oft erleben. Jetzt klärt endlich ein Gericht, wo sie verläuft. Der heutige Morgenmoment wurde für dich zusammengestellt von Sebastian Panny.

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#1 Möchtest du das teilen?

Hinter konventionellen Schnittblumen steckt ein schmutziges Geschäft. Bei ihrem Anbau ist die Ausbeutung von Mensch und Natur die Regel, nicht die Ausnahme. Wir haben für dich recherchiert, wie die Industrie vorgeht. Und wir zeigen dir, welche fairen Alternativen es dazu gibt.

#2 Besser geht doch

Rückschlag für den Online-Giganten: In einem Lagerhaus von Amazon im US-Bundesstaat Alabama muss die Gewerkschaftswahl wiederholt werden. Die ist im April zwar mit einem klaren Ergebnis gegen die Gründung einer Vertretung ausgegangen. Doch ein Vertreter der nationalen Arbeitsbehörde hat jetzt entschieden, dass die Wahl wiederholt werden muss. Denn Amazon hat mit gewerkschaftsfeindlichen Taktiken den Ausgang der Wahl eindeutig beeinflusst. 

Dabei ging es vor allem um einen Briefkasten, der extra für die Wahl aufgestellt wurde. Den hat das Unternehmen in ein eigenes Zelt gestellt, das Amazon dann ständig überwacht hat. Das hat einige Arbeiter:innen abgeschreckt und gegen eine Vorschrift der Post verstoßen, dass um den Postkasten nichts aufgestellt werden darf. Laut einem Arbeiter haben Amazon-Securities den Briefkasten außerdem auch geöffnet. Die Wiederholung muss jetzt noch von der regionalen Behörde bestätigt werden.

Amazon ist in den USA der zweitgrößte private Arbeitgeber, Gewerkschaft gibt es aber keine einzige. Das Unternehmen wendet immer wieder Methoden an, um die Mitarbeiter:innen von einer Gründung abzuhalten. Vor dieser Wahl wurden etwa verpflichtende Meetings abgehalten, bei denen Manager mit einer Schließung des Lagerhauses drohten, falls für die Gründung einer Gewerkschaft gestimmt wird. Wie Amazon mit seinen Mitarbeiter:innen umgeht, kannst du in der ultimativen Sammlung der Amazon-Übeltaten nachlesen.
 

#3 Lesetipp

Die Pandemie ist vorbei, Kinder sind durch Corona ohnehin nicht gefährdet oder können sich ja einfach impfen lassen? Das stimmt so einerseits nicht, andererseits wird dabei immer auf eine Gruppe vergessen, die besonders gefährdet ist: Hochrisikokinder. 

Auch sie haben das Recht auf ein gutes und möglichst ungefährdetes Leben. Doch das wird in den Diskussionen sehr oft vergessen, schreibt Natascha Strobl in ihrer aktuellen Kolumne. Sie nimmt die Politik in die Pflicht, Rahmenbedingungen zu schaffen damit auch alle Kinder an der Gesellschaft teilhaben können.

#4 Der Reihe nach

Der Sommerschlussverkauf steht an, Zeit für billige Angebote! Doch brauchen wir wirklich noch ein Teil, das nach zweimal Tragen im Kasten eingemottet wird? Wir haben für dich 6 Fakten über Billigmode zusammengetragen: Das nachhaltigste Kleidungsstück befindet sich bereits in deinem Schrank.

#5 Witz des Tages

Das Satireportal “Die Tagespresse” fürchtet um sein Geschäft und klagt den ÖVP-Abgeordneten Andreas Hanger vor dem Wiener Handelsgericht. Denn dieser bedroht das Geschäftmodell des Online-Magazins und bedient sich dabei unlauterer Mittel, wie in der Klageschrift zu lesen ist. 

“Die Tagespresse” wirft Hanger darin folgendes vor: “Im Rahmen seiner politischen Tätigkeit veröffentlicht der Beklagte regelmäßig Presseaussendungen über den Dienst ‘OTS’. Diese ähneln in wesentlichen Punkten und in ihrer gesamten Charakteristik den satirischen Artikeln, die von der „Tagespresse“ regelmäßig auf dem Webauftritt https://dietagespresse.com veröffentlicht werden”. Um das zu beweisen, wurden der Klagsschrift einige von Hangers Pressemitteilungen beigelegt.

Hanger hat laut der Klage einen sittenwidrigen Wettbewerbsvorteil, weil er das Publikum durch seine Auftritte in die Irre führt. “Die Tagespresse” verlangt, dass sich Hanger durch einen Anstecker klar als Satiriker kennzeichnen soll und sich in mehreren großen Medien eindeutig dazu bekennt.

Finanziert wird die Klage durch Inserate der Regierung, mit denen das Portal in den letzten Monaten 712 Euro eingenommen hat. Die meisten davon stammen aus dem Bundeskanzleramt und dem Finanzministerium. Die Kosten für die Klage belaufen sich auf 792 Euro, der Streitwert beträgt insgesamt 35.000 Euro. Das Medium rechnet “mit einem Sieg auf ganzer Linie”.
 

Einen schönen Mittwoch, 

Sebastian

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