Morgenmoment.
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/ 20. Juli 2020

Guten Morgen!

Gas geben und Bremsen ist so eine Sache. Was da viel zu lange dauert (Auszahlung des Bleib-da-Bonus an 24h-Pflegerinnen) geht dort viel zu schnell (Auftauen des russischen Permafrostbodens). Ein Morgenmoment, der sich geänderte Vorzeichen wünscht, von Barbara Blaha.

 

#1 Möchtest du das teilen?

24-Stunden-BetreuerInnen aus den östlichen EU-Ländern arbeiteten in der Coronavirus-Pandemie ohne Pause weiter und halfen so mit, einen drohenden Pflegenotstand zu verhindern. Dafür sollen sie mit 500 Euro Bonus belohnt werden. So richtig scheint das aber noch nicht zu klappen: Personenbetreuerinnen berichten, dass sie auch nach Monaten noch kein Geld erhalten haben.

#2 Zahl des Tages

Seit elf Jahren verwendet die Suchmaschine Ecosia den größten Teil der Werbeeinnahmen ihrer Website und App für das Pflanzen von Bäumen. Jetzt wurde der 100-millionste Baum gepflanzt.

Zahl des Tages Ecosia

#3 Hast du das gesehen?

Zwei von drei Menschen in Österreich werden irgendwann im Leben einen Angehörigen pflegen müssen. Bisher schultern die Pflegearbeit vor allem Frauen - und das unbezahlt. Das ist eine riesige Belastung mit enormen Auswirkungen auf das Leben. Das Pflegesystem ist bisher eine einzige Baustelle, höchste Zeit zu handeln, finde ich im aktuellen Moment mal!

#4 Gezeichnet

Was hat der Premierminister hinter verschlossenen Türen im Sinn? Der Hebel der Macht enthüllt es auch diese Woche.

Hebel der Macht: Cancel Culture

#5 Lesetipp

In Sibirien wütet die schlimmste Ölkatastrophe seiner Geschichte: 21.000 Tonnen Diesel sind ausgelaufen und färben die umliegenden Flüsse rot. Es wird Jahre dauern die giftigen Rückstände aus dem Wasser und Boden zu holen.

Das allein wäre schon schlimm genug, doch Sibirien hat ganz andere Sorgen: Der Klimawandel schreitet rund um den Polarkreis doppelt so schnell voran wie im Weltmittel. Das sorgt für ein Schmelzen des Permafrostbodens, aus dem Russland zu fast zwei Drittel besteht. Mit fatalen Folgen: Auf fast 100 Milliarden Euro werden die Schäden geschätzt, die an Straßen, Häusern und Infrastruktur durch den wegschmelzenden Boden bis 2050 verursacht werden. Der Boden gibt beim Auftauen auch alles frei, was er lange festgehalten hat: Grippeviren, gefährliche Bakterien, vielleicht die Pocken. "Die Büchse der Pandora" nennt es eine Mikrobiologin, die ein Forschungsprojekt zu klimawandelbedingten Infektionen in der Arktis leitet. Die ganze Geschichte liest du hier.

#Bonustrack

Mit so einer Horrorstory kann man eine Woche nicht beginnen. Darum hier noch ein Video für euch, das Marcelo Rebelo de Sousa, den Präsidenten von Portugal zeigt, wie er sich eine Abkühlung am Strand vorbildlich mit Maske und Ellbogenbegrüßung gönnt.

Einen wunderbaren Wochenstart,

Barbara

 

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