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Klimakrise

Das Willow Project: Alles, was du wissen musst

Das Willow Project wird auf Tiktok heiß diskutiert. In den deutschsprachigen Medien ist es bisher zumeist nicht einmal eine Meldung wert. Wir haben alles, was du über das Projekt wissen musst, für dich zusammengefasst.

Was ist das Willow Project?

Das Willow Project ist ein Plan zur Förderung von Öl im US-Bundesstaat Alaska. Verantwortlich für das Vorhaben ist der Ölkonzern ConocoPhillips, der dort seit Jahren auf staatlichem Boden, im National Petroleum Reserve, Ölbohrungen durchführt. Mit dem seit 2020 geplanten Willow Project will der Konzern auf ein neues Gebiet mit 600 Millionen Barrel Öl zugreifen. Das sind mehr als 95 Milliarden Liter Öl.

Welche Auswirkungen hat das Mega-Projekt?

Das Willow Project ist stark umwelt- und klimaschädlich. Laut den Berechnungen der US-Regierung könnte das neu geförderte Öl 9,2 Millionen Tonnen an CO2 verursachen. Das entspricht dem jährlichen CO2-Ausstoß von zwei Millionen Verbrennerautos. Außerdem werden bei den Öl-Bohrungen gefährliche Gase wie Methan freigesetzt und der Lebensraum von Mensch und Tier wird gefährdet oder zerstört. 

Trotzdem hat US-Präsident Joe Biden das Willow Project am 13. März durchgewinkt.  Warum wird das Projekt trotzdem realisiert?

Die USA wollen unabhängiger von ausländischen Öl-Importen werden. Gleichzeitig verspricht man, die örtliche Wirtschaft anzukurbeln. Bis das Öl vom Willow Project den Markt erreichen würde, würde es aber noch Jahre dauern, da das Projekt erst starten muss. 

Neben wirtschaftlichen, gibt es auch rechtliche Gründe für die Realisierung. Die Firma ConocoPhillips hat gültige Pachtverträge in der Gegend. Hätte die Regierung das Willow Project abgelehnt, hätte sie wahrscheinlich mit Geldstrafen und rechtlichen Konsequenzen rechnen müssen. 
 
Mit dem Willow Project bricht Präsident Biden ein wichtiges Wahlversprechen. Er wollte keine neuen Öl- und Gasförderungen mehr auf öffentlichem Gebiet zulassen. Dieses Versprechen setzte er zunächst im Rahmen einer frühen Durchführungsverordnung um. 

2021 wurde jedoch der Bohrstopp von einem Bundesrichter aufgehoben. Seitdem hat die Biden-Regierung mehrere Gebiete für neue Öl-Bohrungen freigegeben. Viele dieser Projekte wurden von Umweltgruppen vor Gericht angefochten. Bidens Zusicherung, die USA bis 2050 klimaneutral zu machen, rückt mit den Neuzulassungen jedenfalls in weite Ferne. 

Wer führt das Projekt?

ConocoPhilipps, ein in Texas ansässiges Energieunternehmen, will das Projekt durchführen. Der Konzern sucht und bohrt seit Jahren in Alaska nach Öl. Der Konzern schlug das Vorhaben 2020 vor. Dieses wurde damals von der Trump-Regierung noch genehmigt. Ursprünglich wurde die Genehmigung für den Bau von fünf Bohrinseln erteilt, die Biden Regierung verringerte diese auf drei. So können aber immer noch 90 % des von ConocoPhillips anvisierten Ölvorkommens gefördert werden. 

Wie reagiert die Bevölkerung darauf?

Klima- und Umweltschutzgruppen und auch Teile der indigenen Bevölkerung Alaskas haben jetzt zum Widerstand aufgerufen und planen rechtliche Schritte gegen die Ölbohrungen, die den Start des Projekts zumindest um bis zu ein Jahr verzögern könnten.   

Zusätzlich haben Millionen von Menschen Briefe an Präsident Biden geschrieben. Eine Petition von change.org verzeichnet schon über 4,5 Millionen Unterschriften.

Sollte das Willow Project dennoch umgesetzt werden, würde es für Klima, Umwelt und Bevölkerung massive Konsequenzen haben.

@kevin.asmrytb_

Réponse à @Zagallo Fernandes

♬ son original – Kevin ASMR

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