Morgenmoment
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/ 23. Oktober 2020

Guten Morgen!

Parlamentarierinnen entgleisen auf Facebook, andere beim Weg aufs Klo. Dein Morgenmoment kommt heute von Tom Schaffer.

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#1 Möchtest du das teilen?

Wer von außerhalb der EU nach Österreich zum Studieren kommt, steht oft vor hohen Kosten und einem Problem. Ein bisschen daneben für seinen Lebensunterhalt arbeiten darf man nur, wenn man einen bürokratischen Irrweg durchläuft. Auch deshalb sind sogenannge Drittstaats-Angehörige jene Studierenden-Gruppe mit den zweitgrößten Geldproblemen. Für manche Unternehmen ist die Hürde einfach zu groß, um Leute anzustellen. Für andere ist es eine Gelegenheit, die missliche Lage der Studierenden auszunutzen. 

#2 Besser geht doch

3% der menschengemachten CO2-Emissionen kommen aus der Schifffahrt. Deshalb ist es eine gute Nachricht, dass ein schwedischer Frachter kurz vor der Fertigstellung zu sein scheint, der 90% weniger Emissionen verursacht. Zum Einsatz kommt dafür eine eigentlich alte Technologie: Segel. (Okay: Es sind Hightech-Segel.)

#3 In was für einer Welt leben wir eigentlich?

Carmen Jeitler-Cincelli ist Nationalratsabgeordnete für die ÖVP. Als solche erhält sie ein monatliches Gehalt von 9100 Euro. Insofern ist spannend, was die hauptberufliche Unternehmens- und Kommunikationsberaterin aus ihrer Gedankenwelt preisgibt. Auf Facebook kämpft sie hart gegen eine mögliche zweite Corona-Sonderzahlung für Arbeitslose. Die hatte Vizekanzler Werner Kogler (Grüne) angekündigt. Jeitler-Cincelli brachte das zur Weißglut. Das würde "Langzeitarbeitslose in der Hängematte etwas zusätzlich verwöhnen", findet sie.

Carmen Jeitler-Cincellli findet einmalige Zahlungen beim Arbeitslosengeld zu ungerecht

Kogler hatte seine Ankündigung offenbar nicht mit ÖVP-HinterbänklerInnen abgesprochen, denn Jeitler-Cincelli zitierte in ihrem Post auch ihre ÖVP-Parlamentskollegin Tanja Graf. Die bläst davor schon in ein ähnliches Horn: "Als Unternehmerin hinterfrage ich kritisch: wie kann sich Arbeit so noch lohnen?", schrieb Graf. Die einfache, wenn auch verrückte Antwort übrigens: durch gute Löhne und gute Arbeitsbedingungen. Das könnte man als Unternehmerin schon wissen.

Was man zum banalen Sozialstaats-Gehetze der Liste Kurz auf Facebook wissen muss, haben wir übrigens alles schon oft berichtet: Österreichs Arbeitslosengeld ist im internationalen Vergleich sehr niedrig. In der Coronakrise haben Hunderttausende ihre Arbeit verloren. Die meisten davon waren schon davor keine Top-VerdienerInnen. Die Bonuszahlungen müssen deshalb sein, um die niedrige Unterstützung auszugleichen (und die Wirtschaft am Laufen zu halten). Neue Jobs gibt es bei weitem nicht genug. Der kommende Winter wird das nicht besser machen. Und. Knapp die Hälfte der Arbeitslosen haben auch die erste Bonuszahlung nicht bekommen.

#4 Lesetipp

Wenn die ÖVP von Solidarität in der Krise spricht, dann meint sie damit offenbar nicht unbedingt "Solidarität mit den Schwachen". Eher geht es da um den Blickwinkel mächtiger Lobbies. Etwa der "Tiroler Adler Runde", die mit "Solidarität" zu meinen scheint, "Rettet unsere Wintersaison, koste es was es wolle". Natascha Strobl hat sich aus aktuellem Anlass diese Woche in #NatsAnalyse angesehen, welche Art von Solidarität in der Krise beschworen wird - und wer sie leisten soll.

#5 Der Reihe nach

Der Winter kommt, die zweite Welle rollt und wer kann, wird zunehmend wieder im Homeoffice arbeiten. Immer noch haben viele Menschen rechtlich einige Fragen zu diesem Zustand. Kann man zum Homeoffice gezwungen werden? Darf ich darauf bestehen? Was passiert, wenn ich einen Unfall am Weg zum Klo habe? (Kein Witz, das ist ein Sonderfall!) Wer übernimmt die Kosten? Was ist zur Kontrolle meiner Arbeit erlaubt? Wir haben die wichtigsten Antworten für dich zusammengefasst.

 

Sei vorsichtig am Weg zum Klo!

Schönen Freitag! Und schönes langes Wochenende!

Tom

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