Morgenmoment
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/ 27. November 2020

Guten Morgen!

Heute geht es um direkte Demokratie in Vorarlberg, Bestellungen bei Amazon und die Zukunft der Kulturbranche. Dein Morgenmoment wurde heute verpackt von Katharina Egg.

#1 Möchtest du das teilen?

In Vorarlberg steht auf einer grünen Wiese nahe der Schweizer Grenze eine Fabrik. Seit Jahren ist bekannt, dass das Werk des großen Fruchtsaftherstellers "Rauch" ausgebaut werden soll, um 6,5 Hektar um genau zu sein. Doch der Bevölkerung im Ort gefällt das gar nicht. Mehr als die Hälfte stimmte bei einer Volksabstimmung gegen die Erweiterung. Sie möchten die Grün- und Ackerflächen erhalten. Nun wurde die Entscheidung vom Verfassungsgerichtshof gekippt. Was das für die direkte Demokratie und die Bodenpreise in Vorarlberg bedeutet, liest du hier.

#2 Hast du das gesehen?

Wenn der Handel zu sperrt, dann profitiert der größte Onlinehändler der Welt: Amazon schreibt in diesem Jahr enorme Gewinne. Während es also mit dem Profit bergauf geht, lassen Arbeitsbedingungen und ökologischer Fußabdruck weiterhin zu wünschen übrig. Im neuen Moment Mal nimmt Barbara Blaha den Konzern genau unter die Lupe.

#3 Grafik des Tages

Nach der skandalösen Berichterstattung von OE24.at und Kronen Zeitung zum Terroranschlag wollten mehrere Unternehmen keine Werbung mehr in den Boulevardmedien schalten. Nur knapp zehn Tage nach der Ankündigung folgte dann der Rückzug. Doch nicht nur private Unternehmen füttern die österreichischen Zeitungsriesen indirekt mit Inseraten-Geld: Auch Regierung und Ministerien lassen sich Werbung in Zeitungen einiges kosten. Davon profitiert vor allem die Boulevardzeitung Österreich und zwar unverhältnismäßig stark, wie eine Studie vom Medienhaus Wien zeigt.

Alleine 2018 gingen 17,5 Millionen Euro für Regierungsinserate in Printzeitungen vor allem an den Boulevard. Und das nicht nur in absoluten Zahlen, auch im Verhältnis zu der Reichweite bekommen Österreich, Heute und Krone am meisten. Dabei bezahlte die Regierung verhältnismäßig am meisten für Österreich - und zwar 5,15 Euro pro LeserIn. EinE Standard-LeserIn war der Regierung hingegen nur 89 Cent wert. Mit der Reichweite lässt sich diese enorme Förderung also nicht argumentieren.

Und heute? In den nächsten vier Jahren will die Regierung insgesamt bis zu 30 Millionen Euro an Werbemaßnahmen ausgeben. Das ist eine enorme Summe. Vielleicht sollte sich die Regierung vor der Verteilung an die Medienhäuser Gedanken über eine Kopplung des Inseraten-Geldes an ethische Mindeststandards machen.

#4 Posting des Tages

Der Kabarettist Hosea Ratschiller sagt der Kulturbranche eine düstere Post-Corona-Zukunft voraus. Die Staatshilfen seien nicht darauf ausgelegt, Diversität und solidarisches Wirtschaften zu fördern. Die großen Institutionen würden durch die Krise größer werden, während die Kleinen ums Überleben kämpfen, schreibt er in einem Posting auf Facebook. Deshalb will er selbst handeln - und verschenkt zu Weihnachten regionale Kultur. Wir sollten es ihm nachmachen!

Aber lies selbst:

Es wird brutal. Im freien Kulturbetrieb wird nach Corona ein Verdrängungswettbewerb starten, wie man ihn in Österreich...

Gepostet von Hosea Ratschiller am Donnerstag, 26. November 2020

Wie es Hosea Ratschiller selbst mit dem Lockdown geht und wie er sich eine sinnvolle Unterstützung der freien Theaterszene vorstellt, liest du im Interview.

#5 Hast du das gesehen II?

Eine leistbare Wohnung zu finden wird immer herausfordernder. Noch schwieriger wird es, wenn Menschen mit einer Migrationsgeschichte auf der Suche sind. Sie werden am Wohnungsmarkt immer noch strukturell diskriminiert. Du glaubst es nicht? Für das deutsche Recherche-Medium "reporter" testen Philip und Marspet in Köln, wie rassistisch Vermieter wirklich sind. Nimm dir die 15 Minuten Zeit und schau dir diese Reportage an.

Aja, heute ist Black Friday. Lass dich nicht von den 1000 Angeboten verführen. Sie sind vielleicht nicht so gut, wie es scheint.

Ich wünsche einen schönen Tag.

Katharina

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