Was ist der Weltklimarat IPCC

Der IPCC erklärt, wie sich das Klima entwickeln wird. Doch wie genau arbeitet die Behörde eigentlich?

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/ 9. August 2021

Am 9. August 2021 wurde der erste Teil des neuen IPCC-Klimaberichtes veröffentlicht. Doch was genau ist der IPCC eigentlich und wie entstehen die Berichte? Wir haben die wichtigsten Fragen für dich beantwortet.

 

Was ist der Weltklimarat IPCC?

IPCC steht für “Intergovernmental Panel on Climate Change”. Das bedeutet übersetzt so etwas wie “Zwischenstaatliches Fachgremium zum Klimawandel”. In der Regel sagt man auf Deutsch einfach “Weltklimarat”. Er wurde 1988 als Teil der UNO gegründet, 195 Länder sind heute Teil dieses Weltklimarates. Sein Ziel ist es zu klären, welche Gefahren vom Klimawandel ausgehen und wie man dagegen vorgehen kann. Dazu werden die aktuellsten wissenschaftlichen Erkenntnisse herangezogen und in Berichten gesammelt.

Bisher hat der IPCC fünf Berichte über den Klimawandel erstellt. Am 9. August 2021 wurde ein Teil des sechsten Berichts veröffentlicht, der Rest folgt nächstes Jahr.

 

Wie arbeitet der IPCC?

Alle 195 Mitgliedsländer des IPCC können eigene Wissenschaftler:innen entsenden, die ehrenamtlich für den Weltklimarat arbeiten wollen. Diese sind zwar Fachleute in ihrem Feld, sie führen aber keine eigenen Studien für den Bericht durch. Die Expert:innen sammeln die aktuellsten Forschungsergebnisse und führen diese zusammen. So sollen die wissenschaftlichen Erkenntnisse aus aller Welt zur Klimakrise umfassend abgebildet werden. Im aktuellen Bericht werden über 14.000 solcher Arbeiten zitiert.

Der Bericht des IPCC veröffentlicht keine neuen Daten, sondern führt bereits bekanntes Wissen zusammen. Er kann der Politik nicht vorschreiben, wie sie damit umgehen soll. Aber er kann Datengrundlagen schaffen, die als Basis für die Politik dienen können.

 

Wie finanziert sich der IPCC?

Der IPCC finanziert sich durch freiwillige Beiträge der einzelnen Länder, wobei 80% nichts beitragen. Sein Jahresbudget beträgt aktuell etwa 5 Millionen Euro. 2017 stieg die USA unter Donald Trump aus der Finanzierung aus, dadurch entfiel fast die Hälfte des Budgets. Die Vorstände und die Expert:innen, die an den Berichten mitarbeiten, erhalten kein Geld für ihre Arbeit. Ihre Reisekosten und sonstigen Spesen werden von den Mitgliedstaaten finanziert, für Expert:innen aus Entwicklungsländern kann auch das IPCC selbst Mittel zur Verfügung stellen.

 

Woran arbeitet der Weltklimarat?

Inhaltlich gibt es drei Arbeitsgruppen: Die Arbeitsgruppe 1 behandelt das aktuellste Wissen über die naturwissenschaftlichen Grundlagen des Klimawandels. Die Arbeitsgruppe 2 beschreibt die Folgen der Klimakrise und geht der Frage nach, wie sich die Menschheit an diese anpassen kann. Arbeitsgruppe 3 behandelt schließlich Strategien, mit denen man den Klimawandel eindämmen kann. Der bereits veröffentlichte Teil des aktuellen Berichts wurde von der Arbeitsgruppe I erstellt.

 

Ist der IPCC parteiisch?

Nein. Die Berichte des Weltklimarates sollen möglichst neutral sein. Dazu tragen mehrere Faktoren bei: Jedes Mitgliedsland kann eigene Wissenschaftler:innen für die Teilnahme nominieren. Diese werden aber für ihre Mitarbeit nicht bezahlt und müssen sich für drei Jahre verpflichten. Für jeden Bericht werden zudem neue Teams einberufen. Außerdem können die Ergebnisse vor ihrer Veröffentlichung in zwei Runden öffentlich begutachtet werden. Dabei können alle Menschen Kommentare abgeben, auf die die Autor:innen auch antworten müssen. Auch die teilnehmenden Staaten müssen vor der Veröffentlichung erst alle zustimmen. Das ist insgesamt also ein sehr vorsichtiger und vernetzter Vorgang.

 

Warum ist der Klimabericht des IPCC wichtig?

Darüber, dass sich die Erde erhitzt und dass Menschen dafür verantwortlich sind, herrscht in der Wissenschaft kein Zweifel mehr. Die Auswirkungen können wir gerade in diesem Sommer immer stärker beobachten. Ob Waldbrände, Hitzewellen oder schwere Stürme: Extreme Wetterereignisse werden auf der ganzen Welt häufiger und schlimmer.

Doch wie genau soll die Menschheit dagegen vorgehen? Um das zu wissen, benötigt es genaue Daten. Und die liefern diese Berichte in gebündelter Form. Den Überblick über die Forschungsergebnisse zu bewahren, ist sonst kaum noch möglich. Denn diese werden nicht nur immer mehr, sondern auch immer genauer und detaillierter. Der IPCC bietet den Menschen - und auch der Politik - mit dem Bericht einen einfachen Einblick in den momentanen Stand des Klimawandels und seiner Entwicklung.

 

Was steht im neuesten Bericht des IPCC 2021?

Wer vom Bericht erfreuliche Erkenntnisse erwartet hat, wird enttäuscht: Noch nie hat der IPCC so eindrücklich vor den Folgen der Klimakrise gewarnt. Der Bericht bestätigt, dass der Klimawandel kein natürliches Ereignis ist:  “Es ist eindeutig, dass der menschliche Einfluss die Atmosphäre, die Meere und die Erde erwärmt hat.”

Und diese Erwärmung hat Folgen, die bereits jetzt laut dem Bericht nicht mehr umkehrbar sind: Der Meeresspiegel wird etwa weiter steigen und die Gletscher weiter schmelzen und oft verschwinden, auch wenn der Ausstoß von Treibhausgasen drastisch gesenkt wird.

Im Pariser Klimaabkommen von 2015 wurde nach langer Untätigkeit endlich die 1,5-Grad-Grenze festgelegt: Die Durchschnittstemperatur der Erde sollte sich, verglichen zu vorindustrieller Zeit um 1850, bis 2100 um höchstens 1,5 Grad erhöhen und auf dem Wert stabilisiert werden. Der aktuelle Bericht rechnet jedoch damit, dass dieser Anstieg bereits in den nächsten zwei Jahrzehnten erreicht wird. Das wird zu mehr extremen Wetterereignissen auf der ganzen Welt führen. Außerdem werden wir bald weitere Kipppunkte erreichen, die die Erderhitzung noch beschleunigen werden.

Das IPCC warnt, dass dies der letzte Bericht sein wird, nach dem noch eine Chance zum Erreichen der 1,5-Grad-Grenze besteht. Es ist laut dem Bericht aber immer noch möglich, dass sich die Durchschnittstemperatur bei diesem Wert stabilisiert. Dazu müsse der Ausstoß von Treibhausgasen aber extrem eingeschränkt werden. Wie die globale Politik darauf reagieren wird, zeigt sich im schon bald: Am 31. Oktober beginnt die 26. UN-Klimakonferenz in Glasgow.

 

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