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Klimakrise

Die Wähler:innen wissen, was sie wollen. Aber die Parteien geben es ihnen nicht

Die Wähler:innen wissen, was sie wollen. Aber die Parteien geben es ihnen nicht
Klimaschutz sollte Thema jeder Partei sein.
Die EU-Wahlen stehen vor der Tür. Während die ÖVP Europa zum „Weltmarktführer bei Verbrennungsmotoren“ machen will, wünscht sich die Bevölkerung eine nachhaltigere Zukunft – zum Beispiel durch erneuerbare Energien. Zeit, auf die Wähler:innen zu hören.

Das Jahr 2023 war das heißeste der Messgeschichte. Der Menschheit bleiben nur noch wenige Jahre, um die Erderhitzung auf ein beherrschbares Maß zu begrenzen. Europa ist weit entfernt davon, seinen Anteil dazu beizutragen. Es ist wohl die größte Herausforderung unserer Zeit. Aber bei der aktuellen EU-Wahl ist all das kein Thema. 

Bei der einzigen Partei, die es versucht, wird der Wahlkampf von Vorwürfen gegen die Spitzenkandidatin überschattet. “Was schützt vor Trump?”, “Patriotisch, was sonst”, “Europa fair gestalten”, “Europa. Aber besser.” steht auf den Wahlplakaten der anderen. Man liest und hört allgemeine Buzzwords wie “Wohlstand”, “Freiheit”, “Sicherheit”. Ziele, über die sich wohl die meisten einig sind. Nur nicht über den Weg dahin. Obwohl – die meisten Parteien sind sich offenbar zumindest darin einig, dass der Weg dahin nicht effektiver Klimaschutz ist.

Klimaschutz scheint niemand für Wahlkampfschlager zu halten

Von Maßnahmen gegen die Erderhitzung, gegen das Artensterben und für eine nachhaltige Zukunft hört man nur wenig. Und wenn, dann sind es eher Verzögerungsstrategien als tatsächlich wirksame Maßnahmen. Wir lesen von E-Fuels und Wasserstoff. Beides klingt nach Fortschritt, wird uns in Wahrheit die Klimakrise aber nicht vom Hals schaffen

Es scheint, als würde niemand glauben, dass man mit Plänen für eine nachhaltige Zukunft eine Wahl gewinnen kann. Das ist aber falsch.

Erneuerbare als Schlüssel für Sicherheit und Unabhängigkeit

Eine repräsentative Umfrage des Kontext Instituts zeigt nun: Die Menschen wollen eine nachhaltigere Zukunft und sehen genau darin die Möglichkeit, Ziele wie „Wohlstand“, „Sicherheit“ und „Freiheit“ zu erreichen. 

Der Ausstieg aus Öl, Kohle und Gas sei die Chance zu eben mehr Sicherheit und Unabhängigkeit in Europa. 68,1 Prozent stimmen dem zu. Mehr als 8 von 10 Befragten sind der Meinung, die EU müsse erneuerbare Energien ausbauen, um unabhängig von Energieimporten zu werden. Ungefähr gleich viele (80,8 Prozent) finden es wichtig, Gebäude zu sanieren und fossile Heizsysteme auf nachhaltige Varianten umzustellen.

Nachhaltigkeit liefert Wohlstand

Fast 9 von 10 Befragten (87,5 Prozent) sind der Meinung, dass die EU auf zukunftsfähige Wirtschaftszweige setzen müsse, damit wir uns wirtschaftlich gegen andere Weltregionen durchsetzen können. 76,3 Prozent sehen Potenzial in Technologien wie erneuerbarer Energie, Speicher und Elektromobilität, um die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken. Drei Viertel (74,5 Prozent) sind der Überzeugung, dass Zukunftstechnologien und klimafreundliche Sektoren sichere Arbeitsplätze schaffen.

Es ist Zeit, auf die Wähler:innen zu hören

Die Bevölkerung weiß und spürt also, dass Investitionen in erneuerbare Technologien und Klimaschutz unseren Wohlstand, unsere Sicherheit und unsere Freiheit fördern. Und der Großteil der Menschen in Österreich erwartet sich auch, dass sich die österreichischen Vertreter:innen auf EU-Ebene stärker für Klimaschutz einsetzen.

Die Parteien sollten auf die Bevölkerung hören und ihre Vorstellungen für eine nachhaltige Zukunft auch im Wahlkampf vorantreiben. Alle Parteien. Nicht nur, weil man damit Wählerstimmen sammeln kann. Auch, weil die Wähler:innen Politiker:innen dazu legitimieren, Entscheidungen über unser aller Zukunft zu treffen. 

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    Kommentare 1 Kommentar
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  • frizzdog
    16.05.2024
    daher: EURO statt SCHILLING!
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