Morgenmoment.
/
Redaktion

/ 10. Juli 2020

Guten Morgen!

Was ist das Problem mit dem Trinkgeld? Wie früh setzt der Gender Pay Gap wirklich ein? Und warum sind wir es gewohnt, mit unserer Sprache andere zu diskriminieren? Heute im Morgenmoment von Andreas Bachmann.

Ich bin einverstanden, einen regelmäßigen Newsletter zu erhalten. Mehr Informationen: Datenschutz.

#1 Möchtest Du das teilen?

"Aber du bekommst doch Trinkgeld", heißt es oft von LokalbetreiberInnen, wenn sie ihre Bedienkräfte mit einem unanständig niedrigen Gehalt abspeisen. In der Corona-Krise zeigte sich, wie schwierig es wird, wenn das freiwillig von Gästen gegebene Geld einmal fehlt, und wie sich das auswirkt.

#2 Zahl des Tages

 

Frauen verdienen viel weniger als Männer. Eine Umfrage legt nun nahe, dass dieser Gender Pay Gap bereits in der Kindheit einsetzt. Dort kam heraus: Während Buben In Österreich im Schnitt 41 Euro Taschengeld pro Monat erhalten, bekommen Mädchen nur 34 Euro. "Und das obwohl 71% der Mädchen regelmäßig Taschengeld erhalten und damit sogar öfter als Buben", wundern sich die AutorInnen der von der BAWAG herausgegeben Umfrage.

#3 Lesetipp

Blondine, N-Wort, Migrant. Welche Gefühle lösen diese Wörter in uns aus, welche Wirklichkeit schaffen wir damit? Bestimmte Worte diskriminieren andere Menschen. Sich mit dem Satz „ich mein das ja nicht so“ zu rechtfertigen, das lässt Sprachwissenschaftler Martin Reisigl von der Uni Wien nicht gelten. „Es geht bei Diskriminierung nicht um die Frage, ob jemand es so gemeint hat oder nicht“, sagt er. Was Diskriminierung eigentlich bedeutet, wie Sprache unser Denken beeinflusst und warum wir es gewohnt sind, andere zu diskriminieren, lest ihr hier.

#4 Grafik der Woche

Noch immer haben wir es nicht geschafft, arbeitslosen Menschen ein Leben zu ermöglichen, das sie zumindest vor Ausgrenzung und Krankheit schützt. Auswertungen des Momentum Instituts aus den Daten der Europäischen Union zeigen, welche 6 besonders drastischen Auswirkungen die Arbeitslosigkeit auf betroffene Menschen hat.

#5 Lesetipp, der zweite

Es ist eine beliebte Strategie der politischen Rechten: Mit dem sogenannten Dogwhistling werden andere Menschen in sozialen Medien angegriffen, schreibt Politikwissenschaftlerin Natascha Strobl in ihrer aktuellen Kolumne. Da reiche oft eine Zitierung mit mild-empörtem Kommentar à la „Schaut mal, was die schreibt“. Auf Facebook habe H.C. Strache diese Technik mit dem Zusatz „Zur Info“ perfektioniert, so Strobl. Damit werde der Shitstorm oder Drohungen und beleidigende Kommentare provoziert - ohne dass direkt dazu aufgerufen werden muss. "Die Person, die das alles angefacht hat, kann sich aber immer hinausreden, indem sie beteuert, nichts davon gewollt zu haben und auch gleichzeitig keinerlei Handhabe zu haben."

#Bonus Track

Der Online-Riese Amazon ist einer der größten Profiteure der Corona-Krise. Seattle, Heimatstadt des Milliardenkonzerns, kämpft hingegen mit enormen sozialen Problemen - auch wegen Amazon. Die Stadt beschloss jetzt etwas, was Großunternehmen zuvor erfolgreich blockierten: Wer bei ihnen besonders viel Gehalt bekommt, soll einen Anteil leisten, die Krise zu meistern. Wir sagen: Bravo!

 

Einen sonnigen Freitag wünscht
Andreas Bachmann

powered by Typeform

Dir gefällt unsere Arbeit?

Das freut uns! Wir sind unabhängig von Parteien und Konzernen. Unterstütze unsere Arbeit mit deiner Spende. Jeder Beitrag, ist er noch so klein, ist wichtig!

Ich bin einverstanden, einen regelmäßigen Newsletter zu erhalten. Mehr Informationen: Datenschutz.