Morgenmoment.
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/ 8. Juli 2020

Guten Morgen!

Mit dem Begriff "Erbsenzähler" wird gewöhnlich jemand verspottet, der es etwas zu genau nimmt. Gar nicht genau nimmt es aber derzeit die Landwirtschaftsministerin, wenn es um Lebensmittel geht. Weiters liest du im heutigen Newsletter, warum es nun eine Petition für eine bessere Kinderbetreuung gibt und warum die Reichen unser Klima am meisten belasten. Zusammengekocht hat diesen Morgenmoment für dich Tina Goebel.

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#1 Möchtest du das teilen?

Man nehme eine Woche Pflegefreistellung und 5 Wochen Urlaub für ArbeitnehmerInnen und garniere sie mit 9 Wochen Sommerferien und einem Semester Homeschooling - fertig ist die Betreuungsmisere. Viele Eltern fühlen sich von der Regierung im Stich gelassen, die Kinderbetreuung bleibt ganz an ihnen hängen. Darum hat die Burgenländerin Katharina Brodnik eine Petition gestartet, in der sie die Entlastung berufstätiger Eltern in der Krise fordert. "Die Regierung ignoriert in ihrer Krisenplanung die Bedürfnisse von Familien", sagt sie. Ihr Ziel: Die Petition soll alle erreichen - nicht nur Eltern oder eine bestimmte politische Seite.

#2 Zahl des Tages

8% beträgt der Frauenanteil bei den österreichischen BürgermeisterInnen

Der Frauenanteil bei den österreichischen BügermeisterInnen beträgt nur 8 Prozent. Seit 1999 ist das ein Anstieg von 373,3 Prozent, trotzdem ist das noch immer sehr dürftig. Vor zwei Jahren gab es zumindest noch mehr Ortschefs namens Josef, als insgesamt Frauen in dieser Position. Von Halbe-Halbe sind wir also noch weit entfernt. Wo Bürgermeisterinnen im Amt sind, kann übrigens auf dieser interaktiven Karte nachgeschaut werden.

#3 Lesetipp

Die Haushalte im obersten Prozent der EU verursachen im Schnitt fast 11 Mal so viel CO2, wie die Mitglieder der unteren Hälfte der EU-Haushalte. Die oberen 10 Prozent zusammen verursachen deutlich CO2 mehr als die untere Hälfte. "Die Haushalte mit dem höchsten Klima-Fußabdruck sind im Großen und Ganzen die mit den höchsten Einkommen und Ausgaben", heißt es in einer neuen Studie. Die Erklärung ist recht einfach nachvollziehbar: Die größten Beiträge zum CO2-Fußabdruck leisten Reisen, konsumierte Produkte und das Wohnen. Warum die Politik dagegen aber nichts tut, kannst du hier nachlesen.

#4 Zitat und Grafik des Tages

Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger hat gestern im Nationalrat behauptet, dass die österreichischen Bauern und Bäuerinnen die Lebensmittelversorgung in Österreich ohne Importe sicherstellen können.

Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger

Doch die Landwirtschaftsministerin irrt. Österreich kann sich nicht mit allen Grundnahrungsmitteln selbst versorgen. Welche das sind, das zeigt diese Grafik:

Österreich kann sich mit vielen Grundlebensmitteln nicht selbst versorgen

#5 In was für einer Welt leben wir?

Derzeit gibt es eine Forderung des Frauennetzwerks Medien, den Namen des Branchemagazins “Der österreichische Journalist” gendergerecht zu ändern. Es könnte ja einfach in "Der österreichische Journalismus" umbenannt werden. Oder Mediummagazin - so lautet der Name des deutschen Ablegers. Wäre machbar, meint der Herausgeber des Blattes. Aber nur, wenn zuerst 100 Abos gekauft werden. Das sind umgerechnet 7.800 Euro. Das ist also der Preis für eine gendergerechte Sprache in einem Branchenblatt für JournalistInnen. Ziemlich gesalzen für etwas, das längst selbstverständlich sein sollte.

So. Und jetzt leitest du den Morgenmoment sofort an all deine Freunde weiter, denn wenn wir bis morgen nicht mindestens 100 neue AbonentInnen haben ... gendern wir natürlich weiter. :-)

Hab einen schönen Mittwoch! Tina

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